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29.09.2020

PISA-Zusatz-Studie: Deutschland schlecht gerüstet für Distanzlernen!

DPhV fordert bessere digitale Infrastruktur und dankt Lehrkräften für ihren Einsatz in der Covid-19-Krise

„Die Schulen in Deutschland können nur so gut digital aufgestellt sein, wie der Digitalisierungsstand in Deutschland es zulässt. Ist dieser schlecht, können dies die Schulen und ihre Lehrkräfte in der Fläche kaum ausgleichen.“, so die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes (DPhV) Susanne Lin-Klitzing zu den heute in „PISA in Focus“ und in der „PISA-Country-Note“ zusätzlich vorgestellten Befunden von PISA 2018.

Diese Ergebnisse machten deutlich: Deutschlands Schulen brauchen von der Politik

  • bessere Voraussetzungen für einen guten digital unterstützten Präsenzunterricht,
  • mehr Fremdsprachen- und mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht,
  • eine kontinuierlich bessere Lehrkräfteversorgung.

„Angesichts des heutigen Zeugnisses der OECD über die sehr mäßige Ausstattung und die Voraussetzungen für das Distanzlehren und -lernen kann man nur froh und dankbar sein für alles, was die Lehrkräfte mit ihren Schülerinnen und Schülern und deren Eltern in der akuten Corona-Krise alles möglich gemacht haben“, urteilt Lin-Klitzing.

In „PISA in Focus“ und in der „PISA-Country-Note“ wird der Blick vor allem darauf gerichtet, wie gut bzw. schlecht Schulen für das Distanzlehren ausgestattet und Schülerinnen und Schüler für das Distanzlernen vorbereitet waren. Online-Lernplattformen spielen hierfür eine große Rolle. Während in Deutschland 2018 nur 33% der Schülerinnen und Schüler eine Schule mit einer effektiven Online-Lernplattform besuchen konnten, waren es im Durchschnitt der OECD-Länder mehr als 50%.

Der DPhV erwartet als Konsequenz auch aus dieser Studie von der Bundesbildungsministerin und von den Kultusministern dringend:

  • eine bessere und fachlich-qualitätvolle Befüllung des SODIX/MUNDO-Portals des BMBF und der KMK für gut digitalisierbare Bildungsinhalte,
  • mehr Angebote für aktuelle Fachfortbildungen für digital unterstützten Präsenzunterricht und ausreichend Freistellungen für die Lehrkräfte, um daran teilnehmen zu können,
  • wissenschaftliche Untersuchungen über die Effekte von digital unterstütztem Lernen.

Die Bildungsarbeit von Schulen beziehe sich insbesondere aus gymnasialer Sicht aber nicht nur auf Digitales. So erwarte der Deutsche Philologenverband mittelfristig eine deutliche Stärkung des Fremdsprachen- und mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts. Hier weise die OECD für beide Bereiche auf geringere Lernzeiten für Schülerinnen und Schülern an öffentlichen gegenüber privaten Schulen hin.

Deshalb fordere der Deutsche Philologenverband erneut eine bessere Planung des Lehrkräftebedarfs und kontinuierliche Einstellungen. „Das Konzept der KMK für eine wirksame Strategie gegen den immer wieder produzierten Lehrkräftemangel und -überschuss, den sog. „Schweinezyklus“, steht immer noch aus. Wann steht diese endlich auf der Agenda der Kultusministerkonferenz?“ fragt Lin-Klitzing abschließend.

Von: Presse DPhV