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Umfrage unter hessischen Gymnasiallehrkräften: Corona-Einfluss auf Abiturprüfungen 2022 weiter hoch – Zeitkorridor für Abiturkorrekturen zu eng

    Die Corona-Pandemie hat auch die diesjährigen Abiturprüfungen und die Abiturkorrekturen stark beeinflusst. Das ergab eine Umfrage des Hessischen Philologenverbandes (hphv) unter knapp 450 Lehrkräften an Gymnasien. Mehr als 70 Prozent der Befragten bestätigten, dass die Pandemie Auswirkungen gezeigt hat. 42 Prozent der Lehrkräfte stellten einen erhöhten Organisationsaufwand fest, 30 Prozent sahen direkte Auswirkungen in der Abwesenheit von Prüflingen. 61 Prozent der befragten Lehrerinnen und Lehrer erkannten in der Arbeitszeitverlängerung für Prüflinge keine positiven Effekte, 38 Prozent aber schon.

    70 Prozent der Lehrkräfte würden es begrüßen, wenn die Ergebnisse der schriftlichen Prüfungen künftig nicht vor den mündlichen Prüfungen mitgeteilt werden, damit sich u.a. der Zeitraum für Korrekturen verlängert. Dies ist auch in anderen Bundesländern so üblich. 71 Prozent der Lehrkräfte gaben an, dass ihre Schulleitungen ihnen Korrekturtage zugestanden hätten, allerdings wurden lediglich 34 Prozent nicht für Vertretungsstunden eingesetzt.

    Reinhard Schwab, Vorsitzender des Hessischen Philologenverbandes, kommentiert die Lage: „Die Abiturkorrekturen im vorgegebenen Zeitkorridor führten wegen ihrer Komplexität und ihres Umfangs zu Spitzenbelastungen aufseiten der Lehrkräfte; diese müssen schließlich parallel dazu ihren normalen unterrichtlichen und dienstlichen Verpflichtungen nachkommen. Die aktuellen Verhältnisse haben ganz eindeutig das Potenzial zur Überforderung. Ein Verzicht auf die Zwischenbekanntgabe der Ergebnisse zwischen schriftlichem und mündlichem Abitur könnte die Lage entspannen, und um Vertretungen abfedern zu können, bedarf es Entlastungstunden.“

    Die Umfrage wurde online im Juni 2022 durchgeführt. Es beteiligten sich 445 Lehrkräfte aus ganz Hessen daran.

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