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PhV S-H: Umfrage der Bosch-Stiftung stützt die Forderungen des Philologenverbands

    Barbara Langlet-Ruck: Unsere Kampagne 23-23 auf eindrucksvolle Weise bestätigt! Vorausschauende Planung für den Herbst muss jetzt geleistet werden.

    Die Robert-Bosch-Stiftung kommt in einer bundesweiten Umfrage zu beunruhigenden Ergebnissen in Sachen Lehrergesundheit. Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland fühlen sich zu einem erschreckend hohen Prozentsatz (nahezu 90 %) stark belastet und erschöpft. Die Stiftung selbst macht Gründe für den von ihr ermittelten Stand der Lehrergesundheit im Lande geltend. Genannt werden die Folgen der anhaltenden Corona-Pandemie, der Nachholbedarf bei der Digitalisierung sowie die notwendige Integration von Flüchtlingen, vornehmlich infolge des Ukraine-Kriegs.

    „Die Robert-Bosch-Stiftung steht wirklich nicht im Verdacht, Lobbyarbeit für Lehrer oder Lehrerverbände zu betreiben!“ so die Vorsitzende des P h v Schleswig-Holstein, Barbara Langlet-Ruck. „Vielmehr hat sie aus gesamtgesellschaftlicher Verantwortung eine repräsentative Umfrage durchgeführt und die Ergebnisse als Mahnung veröffentlicht.“ Der Philologenverband Schleswig-Holstein sieht in den Ergebnissen der Umfrage eine eindrucksvolle Bestätigung seiner derzeitigen Kampagne „23-23“ und damit eine Untermauerung seiner Forderung nach einer maximalen Klassengröße von 23 Schülerinnen und Schülern sowie einer Höchst-Wochenstundenzahl von 23. „Zwei Detailergebnisse der Befragung stützen unsere Forderungen in besonderer Weise“, erklärt die Verbandsvorsitzende: „Die Konzentrationsprobleme von Schülerinnen und Schülern nehmen deutlich zu, was für kleinere Klassen spricht; und immer mehr Lehrkräfte geben an, unter Verzicht auf Geldbezüge einen Teilzeitstatus anzustreben, worin wir einen Beweis für eine zu hohe Pflichtstundenzahl schleswig-holsteinischer Lehrkräfte sehen.“

    Ein erfreuliches Teilergebnis der Stiftungsveröffentlichung bestätigt die vor zwei Jahren vom Deutschen Philologenverband durchgeführte Untersuchung zur Lehrerbelastung allerdings auch: Hier wie dort gibt ein hoher Prozentsatz der Lehrkräfte an, trotz zunehmender Belastungen und einer enormen Anspruchshaltung der Gesellschaft gern und aus Überzeugung Pädagoginnen und Pädagogen zu sein. „Dieser offenkundige Idealismus darf aber nicht ausgenutzt werden!“ betonte Barbara Langlet-Ruck.

    Mit Blick auf den Herbst und die gegenwärtig noch kaum einschätzbare Epidemie-Lage fordert der Philologenverband die verantwortlichen Bildungspolitiker dazu auf, den Schulen wiederum die Einstellung von Unterstützungskräften zu ermöglichen. Hilfsarbeiten im Zusammenhang mit Corona-Maßnahmen sind nicht von Lehrkräften zu leisten. Und – angesichts der leider holprigen Fortschritte in der Digitalisierung muss klar sein, dass Distanz- oder gar Hybridunterricht keine Alternative zum Präsenzunterricht sind.

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