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PhV NW: Gymnasiallehrkräfte weitgehend zufrieden mit Abiturprüfungen

    • Schwierigkeitsgrad und Längen der Aufgaben angemessen 
    • PhV-NRW-Umfrage: Kritik vor allem an Mathe-Aufgaben
    • Viele Prüflinge haben auf Mund-Nasen-Schutz verzichtet

    Das dritte Corona-Abitur ist vorbei, gestern war der letzte Tag der Nachschreibetermine in den Grund- und Leistungskursen Französisch. Der nordrhein-westfälische Philologenverband (PhV NRW) zieht in einer ersten Bilanz ein positives Fazit: „Vorbehaltlich der offiziellen Ergebnisse sind viele Kolleginnen und Kollegen an Gymnasien und Schulformen mit gymnasialen Oberstufen zufrieden mit dem Ablauf. Die Aufgabenstellung in allen Prüfungsfächern wurde von den meisten Lehrkräften sowohl vom Schwierigkeitsgrad als auch von der Länge als angemessen eingeschätzt“, sagt die PhV-NRW-Vorsitzende Sabine Mistler.

    Der PhV hatte zu Beginn der schriftlichen Prüfungen eine Online-Umfrage unter ausgewählten Mitgliedern gestartet und um Einschätzungen zur fachlichen Qualität der Aufgabenstellung, zu den Auswahlmöglichkeiten, zum Erwartungshorizont und zur Darstellung der Aufgaben gefragt. Der Philologenverband wolle auch wissen, ob die Schülerinnen und Schüler während des Abiturs freiwillig Mund-Nasen-Bedeckung getragen haben und wie viele Prüflinge coronabedingt gefehlt haben.

    Der überwiegende Teil der befragten Gymnasiallehrerinnen und -lehrer (79,5 Prozent) findet die Länge und den Schwierigkeitsgrad der Aufgabenstellung im dritten Corona-Abitur angemessen. 20,5 Prozent der Befragten sind mit Länge und Schwierigkeitsgrad nicht einverstanden. Knapp 12 Prozent finden die Aufgaben „voll angemessen“. Niemand findet die Aufgaben „gar nicht angemessen“. Die Rückmeldungen kommen aus allen fünf Regierungsbezirken in NRW und zu fast allen Fächern, in denen im Grund- oder Leistungskurs Klausuren geschrieben worden sind; besonders stark vertreten sind Deutsch, Fremdsprachen und Mathematik.

    An Mathe gab es im vorigen Jahr besonders viel Kritik: Viele Schülerinnen und Schüler, aber auch Lehrkräfte empfanden besonders die Aufgabenstellung als zu anspruchsvoll. „In diesem Jahr fällt die Kritik im Vergleich zwar deutlich leiser aus, aber wieder gibt es die meisten kritischen Anmerkungen zu den Mathematik-Klausuren“, erläutert Sabine Mistler. „Besonders die Aufgabenstellungen werden uns als zu lang und teilweise zu kompliziert geschildert. Einigen Prüflingen ist zum Schluss die Zeit weggelaufen.“ Der Bildungsausschuss der PhV NRW wird die Online-Umfrage in den nächsten Wochen anonymisiert auswerten und die Ergebnisse an das zuständige Schulministerium weiterleiten.

    Auch die Coronapandemie war Teil der PhV-Umfrage. „Haben Ihre Schülerinnen und Schüler während der Prüfung eine Maske getragen?“, wollte der Philologenverband von seinen Mitgliedern wissen. Immerhin mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) gibt an, dass zumindest einige der Prüflinge mit einer Mund-Nasen-Bedeckung zur Prüfung erschienen sind. Lediglich 5 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer sagen, dass alle Schülerinnen und Schüler Maske getragen hätten, 11 Prozent sahen gar keine Maske. Wie im Vorjahr waren die Prüflinge nicht dazu verpflichtet.

    In diesem Jahr wurde die Maskenpflicht kurz vor den Abiturprüfungen beim dritten Corona-Abitur für alle aufgehoben. Dies hatte zu vielen Sorgen bei Schülerinnen und Schülern, aber auch bei Lehrkräften gesorgt – zumal auf regelmäßige Coronatestungen in Schulen ebenfalls verzichtet wurde und weiterhin wird. Erfreulich aus Sicht des PhV: Laut Umfrage mussten nur wenige Abiturientinnen und Abiturienten wegen einer Coronainfektion oder einer Quarantäneanordnung auf Ihre Prüfungen verzichten.

    „Der Philologenverband wurde im ersten Coronajahr noch dafür kritisiert, weiter Prüfungen statt eines Durchschnittsabiturs zu fordern. Nun haben wir zum dritten Mal in der Pandemie das Abitur durch Prüfungen abgelegt. Unsere Abiturientinnen und Abiturienten haben gezeigt, dass es trotz widriger Umstände möglich ist, ein vollwertiges Abitur abzulegen“, sagt die PhV-NRW-Vorsitzende Sabine Mistler. „Die Schülerinnen und Schüler haben dies auch durch das großartige Engagement und die Professionalität unserer Lehrkräfte geschafft.“

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