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Umfrage des Deutschen Philologenverbandes zu Bürokratie an Schulen: Lehrkräften bleibt immer weniger Zeit für guten Unterricht

Berlin – Lehrkräfte müssen sich mit viel zu viel bürokratischem Aufwand auseinandersetzen. Dies geht zulasten der Qualität des Fachunterrichts. Das geht aus einer Online-Umfrage des Deutschen Philologenverbandes (DPhV) unter mehr als 3000 Lehrkräften an Gymnasien in ganz Deutschland hervor. Demnach schränkt der bürokratische Aufwand bei knapp 78 Prozent der befragten Lehrkräfte die Qualität des Fachunterrichts ein. Knapp 85 Prozent der befragten Lehrkräfte halten den bürokratischen und unterrichtsfernen Aufwand, den sie zusätzlich zu ihrer Tätigkeit als Klassen- und Fachlehrkräfte bewältigen müssen, für unangemessen und belastend. Zum belastenden „bürokratischen Aufwand“, der aus Sicht des Deutschen Philologenverbandes professionell besser von Schulassistenten erledigt werden sollte, gehören für knapp 79 Prozent der Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer unter anderem die Abrechnungen für Klassenfahrten. Mehr als 72 Prozent der befragten Klassenlehrerinnen und -lehrer haben während der Corona-Zeit den Corona-Impfstatus ihrer Schülerinnen und Schüler kontrolliert. Unabhängig von Corona müssen knapp 57 Prozent von ihnen den Masern-Impfstatus der Schülerinnen und Schüler kontrollieren. Auch mehr als 56 Prozent der befragten Fachlehrkräfte kontrollierten den Corona-Impfstatus, mehr als die Hälfte von ihnen gab an, sich ebenfalls um die Abrechnung der Klassenfahrten kümmern zu müssen.

Außerdem müssen zum Beispiel pädagogische Maßnahmen und Abläufe, Sitzungen, Konferenzen, Elterngespräche und Förderpläne dokumentiert werden. Auch elektronische Klassenbücher, die in Schulen in manchen Bundesländern bereits eingeführt sind und Aussagen zu Stundeninhalten und Anwesenheiten beinhalten, sind derzeit noch zu arbeitsintensiv in der Handhabung, bemängelt der Verband.

Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, fordert deshalb: „Lehrkräfte brauchen mehr Zeit für ihre Schülerinnen und Schüler. Sie brauchen mehr gut investierte Zeit für guten Unterricht. Selbstverständlich brauchen Klassenlehrer und Klassenlehrerinnen eine extra Klassenleitungsstunde! Das muss vor allem nach den Beanspruchungen und Versäumnissen der Corona-Pandemie klar sein. Wenn die Kultusministerinnen und -minister Schulen professionell aufstellen wollen, brauchen wir für unterrichtsferne Tätigkeiten Schulassistenten an jeder Schule.“

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