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hphv: Dem Schulstart im neuen Jahr fehlt der ‚Anfangszauber‘

    Der Hessische Philologenverband fordert Präsenzunterricht, aber verantwortbar!

    Der Präsenzunterricht ist unverzichtbar, damit Kinder und Jugendliche nicht noch mehr inhaltliche und psychosoziale Defizite anhäufen, das Erbe der bisherigen Pandemiezeit wiegt bereits schwer genug. Der Präsenzunterricht muss aber auch verantwortbar bleiben, der Gesundheitsschutz darf nicht vernachlässigt werden.
    Wie sich die Maßnahmen zur Reduzierung des Infektionsrisikos weiterhin bewähren, wird sich zeigen. Am regelmäßigen Testen, auch unabhängig vom Impf- bzw. Genesenen-Status, am Maskentragen und Lüften führt kein Weg vorbei. „Der Kultusbürokratie muss bewusst sein, wie aufwendig die Umsetzung der Maßnahmen ist und wie sehr sie die eigentliche Bildungsaufgabe sowie die alltägliche Arbeit in den Schulen beeinträchtigt“, betont Reinhard Schwab, der Landesvorsitzende des Philologenverbandes.

    Die Sachlagen vor Ort, die Mühen und Widrigkeiten des Alltags, ob pädagogisch oder personell bedingt, müssen vom Ministerium bei Entscheidungen einbezogen werden. „Ohne den besonderen Einsatz und die Innovationsbereitschaft der Lehrkräfte, ohne administrative ‚Akrobatik‘ der Schulleitungen wäre der Schulbetrieb längst kollabiert“, ergänzt Schwab.

    Präsenzunterricht ist unverzichtbar. Deshalb benötigen die Schulen Handlungsspielräume, um schnell lokal auf mögliche großflächige Ausfälle in der Schüler- und Lehrerschaft z.B. aufgrund von Quarantäne reagieren zu können. Unterricht könnte sich aufgrund der unterschiedlichen Infektionsdynamik fragmentieren. Lehrkräfte werden in ihren Lerngruppen sehr unterschiedliche Wissens- und Kompetenzstände erleben.

    „Die Folgen sollten wir aber frühzeitig antizipieren und mittelfristige Maßnahmen planen, um die verringerte Lernzeit kompensieren zu können, z.B. durch ein Anheben der Stundenzahl in den Hauptfächern“, betont der Landesvorsitzende.

    Eine traurige Feststellung bleibt: Kontakte müssen weiterhin reduziert werden, das betrifft Schulveranstaltungen und außerschulische Aktivitäten. Auch dürfte in besonderen Infektionssituationen die häusliche Beschulung unvermeidlich sein, das ist in der Oberstufe viel leichter zu realisieren als in der Mittelstufe, denn die digitale Technologie erfordert Selbstständigkeit und Eigenverantwortung auf Seiten der Schüler. Kritikwürdig ist allerdings, dass die Voraussetzungen für Online-Beschulungen nicht schon längst besser ausgebaut sind.

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