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PHVN fordert klare Verantwortlichkeiten und Handlungsrahmen bei Pandemiebewältigung zum neuen Schuljahr

PCR-Tests und Infektionsampeln an Schulen etablieren

Den Schuljahresbeginn 2021/2022 sieht der Philologenverband Niedersachsen mit vielen Fragenzeichen behaftet: Sind die Schulen besser vorbereitet, können wir gelassener in den Schulbetrieb einsteigen als letztes Jahr? Wird es endlich wieder ein normales Schuljahr geben?

„2022 werden wir ins dritte Jahr der Pandemie eintreten, im September 2021 beginnt das zweite Corona-Schuljahr in Niedersachsen. Alle Vorzeichen sprechen dafür, dass die Pandemie noch nicht besiegt ist, es nur sehr langsame Fortschritte geben wird. Die Gesundheitsrisiken bleiben hoch, ein kontinuierlicher Präsenzunterricht in voller Klassenstärke ist mehr als fraglich, ganz zu schweigen von den außerunterrichtlichen Veranstaltungen und dem aktiven Schulleben, was für das soziale Miteinander so wichtig ist und nach wie vor wohl nur sehr eingeschränkt stattfinden kann“, konstatiert Horst Audritz, Vorsitzender des PHVN.

Zwar seien die Lehrkräfte fast vollständig geimpft und die digitale Ausstattung vorangekommen, aber für die Masse der Schülerinnen und Schüler gebe es eben keinen Impfschutz. „Wir erleben weiterhin nur politisches Handelns nach dem Prinzip Hoffnung und das Fahren auf Sicht. Der Pandemie wird immer noch zu reaktiv und zu defensiv begegnet, statt aus allen Rohren gegen sie zu schießen. Wer jetzt noch abwartet, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Das Virus kennt keine Ferien, keine Schulgrenzen und keine Altersgrenzen, es kennt nur Opfer“, mahnt Audritz. Nach der 4. Welle seien auch weitere Wellen wahrscheinlich.

Durch die Mutation des Virus seien jetzt gerade die jüngeren Kinder gefährdet oder zumindest als infizierte Kontaktträger an der Ausbreitung des Virus entscheidend beteiligt. Deshalb unterstütze es der Verband, alle möglichen Schutzmaßnahmen erst einmal beizubehalten. „Es ist richtig, aber nicht ausreichend, in den gefährlichen Herbst- und Wintermonaten flächendeckende Schnelltest mindestens dreimal wöchentlich durchzuführen. Wir brauchen zusätzlich verlässliche PCR-Tests an den Schulen, um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten“, fordert der Audritz. Begleitend blieben auch die Maskenplicht, Quarantänemaßnahmen und kleine, überschaubare und kontrollierbare Lerngruppen notwendig.

Auch eine schnelle und effektive Reaktion bei positiven Testungen sei zwingend. Um bei Corona-Fällen an Schulen schnell reagieren zu können, benötige es „chirurgische Instrumente“, damit flächendeckende Schulschließungen vermieden werden können. „Dabei darf es aber keine willkürlichen Maßnahmen je nach Ermessen regionaler Entscheider geben, die zu Überbelastungen durch Wechselunterricht oder Homeschooling für Schüler und Lehrer führen. Der Kultusminister muss hier einen konkreten, allgemeingültigen Handlungsrahmen setzen“, fordert Audritz weiter.

Kultusministerium, Schulträgern und Schulen müsse klar sein, dass die Zeit des Zuwartens endgültig vorbei ist und das Aufschieben von Maßnahmen zum Gesundheitsschutz sich bitter rächen könne. Noch immer fehle es bei den Verantwortlichen an der Einsicht für effektive Lüftungs- bzw. Luftreinigungsanlagen, noch immer würden nicht alle Möglichkeiten für eine effektive Lüftungskontrolle genutzt. „Standardisierte Überprüfungen von CO2-Werten, Luftfeuchtigkeit, Luftgeschwindigkeit und Lautstärke, wie sie in den neuartigen Infektionsampeln der TU Braunschweig derzeit vorgenommen werden, sollten nach erfolgreicher Auswertung der Feldstudie überall eingesetzt werden können. Hierzu ist es wichtig, dass die Schulen möglichst umgehend ihren Bedarf an entsprechender Ausstattung ermitteln und gegenüber Land und Kommunen geltend machen, auch was bauliche Maßnahmen betrifft, damit die Infektionsampeln zuverlässig sind. Ein Schwarze-Peter-Spiel mit dem Hin- und Herschieben von Verantwortlichkeiten darf es nicht geben“, stellt der Verbandsvorsitzende klar.

Ein Lichtblick sei sicherlich die fortschreitende Impfung der jüngeren Schülerinnen und Schüler nach Empfehlung der Impfkommission, aber für den Gesundheitsschutz und die Sicherung des Präsenzunterrichts reiche das bei weitem noch nicht aus.
„Für uns bleiben Prävention und Sicherung eines breiten Bildungsangebotes für jeden oberstes Gebot. Das ist neben dem Gesundheitsschutz auch eine Frage sozialer Gerechtigkeit. Das kommende Schuljahr wird uns noch einmal viel abseits des normalen Schulalltags abverlangen, das ist nur im Miteinander aller an Schule Beteiligten möglich“, betont Horst Audritz.

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