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PhV R-P: Nachhaltiger Vertrauensverlust gegenüber Bildungsministerium

Die Wut in den rheinland-pfälzischen Lehrerzimmern ist groß: Philologenverband Rheinland-Pfalz fordert vom Bildungsministerium ein Ende der erwiesenermaßen falschen Corona-Schulpolitik!

Bislang haben Lehrkräfte vieles klaglos ertragen – jetzt reicht’s!

Verstärkt hat sich in den letzten Tagen die Wut in den Lehrerzimmern entladen. Die Liste der Zumutungen gegenüber Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern und Eltern ist lang und durch die nachfolgende Aufzählung keineswegs erschöpft:

  • Erneut schaut die Landesregierung zu, wie die Verantwortung in Landkreisen mit beängstigend hohen Inzidenzzahlen hin- und hergeschoben wird. Die Task Forces haben versagt! Statt klarer und vernünftiger Vorgaben herrscht nicht nur im Hochinzidenzgebiet Ludwigshafen großes Chaos.
  • Ohne sich vorher Gedanken über die Modalitäten zu machen, bestellte man Großpackungen von Selbsttests, die sich laut Bildungsministerium nicht einzeln ausgeben lassen, so dass die Option einer Testung zu Hause von vorneherein ausgeschlossen war.
  • Über die Osterferien erarbeitete das Bildungsministerium wieder einmal im Alleingang Vorgaben zu den Selbsttests und schlug sämtliche unserer Warnungen in den Wind.
  • Das Bildungsministerium nimmt es hin, dass an den Schulen wieder grundlegende Corona-Maßnahmen wie Maskenpflicht in geschlossenen Räumen während der Selbsttests in der Lerngruppe außer Acht gelassen werden – schließlich scheut man die Kosten für Testungen durch professionelle Teams.
  • Lieferungen von Selbsttests kamen verspätet an den Schulen an.
  • Manche Schulen wurden durch mutmaßlich versehentliche Lieferungen von Schnell- statt Selbsttests überrascht – Schnelltests dürfen nicht selbst oder durch Laien, sondern müssen von medizinischem Fachpersonal durchgeführt werden, das nun aber nicht bereitsteht.
  • Masken für die Beschäftigten wurden sehr zögerlich und spärlich geliefert.
  • Wichtige, aber nicht genehme Expertenmeinungen wurden in Pressemitteilungen des Bildungsministeriums falsch dargestellt: Link zur damaligen PM des PhV R-P
  • Die im Frühsommer 2020 vollmundig für letzten Dezember versprochenen digitalen Endgeräte für Lehrkräfte wurden bis heute nicht geliefert und sind weiterhin nicht in Sicht. Viele Gymnasiallehrkräfte hatten sich darauf nicht mehr verlassen und für die zweite Schulschließung selbst digital hochgerüstet. Nur so konnte die Phase von Januar bis März überhaupt bewältigt werden.
  • Seit letztem Sommer verweigert sich das Bildungsministerium gegenüber Argumenten und Ideen des Philologenverbandes für eine bessere Corona-Politik in Bezug auf die Schulen und provozierte so die lange Phase der Schulschließungen, die durch Quarantänemaßnahmen und Erkrankungen verursachten chaotischen Zustände an betroffenen Schulen sowie eine immer weiter steigende Arbeitsbelastung für Lehrkräfte und Schulleitungen. Seit den Osterferien 2020 hatte der Philologenverband immer wieder die Zusammenarbeit mit dem Ministerium gesucht, um auf eine gute Planung für das Schuljahr 2020/2021 hinzuwirken. Vergeblich. Die Ministerin hatte nach anfänglicher Zusage bald die Lust daran verloren, da sie, von den falschen Experten beraten, ihr Heil darin sah, die Schulen einfach nur zu öffnen. Vorsichtigere Konzepte, wie wir sie vorgeschlagen haben, die uns möglicherweise auch ohne Schließung und ohne größere Risiken über den Winter gebracht hätten, wurden ignoriert, unsere Warnungen in den Wind geschlagen.

„Der Umgang mit der Corona-Krise durch das Bildungsministerium ist in essentiellen Teilen ein Trauerspiel“, bewertet die Landesvorsitzende des Philologenverbandes Rheinland-Pfalz die Lage. „Wir stolpern mit der neuen Landesregierung nun wieder in genau die gleiche Situation, die wir im Herbst und Winter schon einmal hatten – mit fatalen Folgen für die Gesundheit aller am Schulleben Beteiligten, Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern und Familien. Einzelne sind schwer erkrankt, andere leiden an schlimmen Nachwirkungen einer Covid-Infektion, viele sind seit Monaten dem Burn-out nahe. Wie lange wollen wir noch zusehen?“

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