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PhV NW: Referendare dürfen in der COVID19-Pandemie nicht vergessen werden

  • Praktische Ausbildung im Unterricht über Monate ausgefallen
  • Völlig unzureichende digitale Ausstattung für Unterricht und Vorbereitung
  • Engagement von Fachleitern und Ausbildungslehrern verhindert Schlimmeres

Während in der Öffentlichkeit über weitere Schulöffnungen und Wechselunterricht diskutiert und gestritten wird, werden die Chancen für einen ganzen Jahrgang künftiger Lehrer aufs Spiel gesetzt. Entscheidende Ausbildungsschritte auf dem Weg zum vollausgebildeten Lehrer werden im Moment reduziert oder vollständig ausgesetzt. „Die Frustration und das Unverständnis über die aktuelle Ausbildungssituation sind enorm. An den Schulen in NRW wird jeder Lehrer dringend gebraucht. Jetzt und in den nächsten Jahren. Aber die Referendare werden im Moment fast völlig alleine gelassen“, so Georg C. Hoffmann, Vorsitzender der Jungen Philologen im Philologen-Verband NW.

Kein ausreichendes Konzept für Lehrerausbildung in der Pandemie
In den Jahren 2020 und 2021 haben viele Unterrichtsbesuche und unterrichtspraktischen Prüfungen nicht im regulären Format stattgefunden. Die Lehrer in Ausbildung erfahren im Moment, was es für Studienseminare und Referendare bedeutet, wenn immer nur auf Sicht gefahren wird. „Vor allem die fehlende Planbarkeit macht den Lehrern in Ausbildung schwer zu schaffen. Im Moment ist es nur den überaus engagierten Fachleitern und Ausbildungslehrern zu verdanken, dass die Lücken in der Lehrerausbildung nicht zu groß werden“, erklärt der Vorsitzende der Jungen Philologen in Nordrhein-Westfalen. Im Moment sei die Situation für viele junge Lehrer sehr kritisch. Daher ist es aus Sicht der Jungen Philologen notwendig jetzt zusätzliche Ressourcen für die Lehrerausbildung zur Verfügung zu stellen. Außerdem sollten gerade für junge Lehrkräfte, die ihr Referendariat während der Corona Pandemie absolviert haben, spezifische Fortbildungsangebote zur Unterstützung konzipiert werden.

Keine Vorgaben zur Anschaffung digitaler Endgeräte – keine zukunftsfähigen Konzepte
In der Lehrerausbildung mangelt es an vielen Stellen immer noch an der notwendigen und zukunftssicheren digitalen Ausstattung. Denn bisher gibt es keine verbindlichen und landesweit einheitlichen Vorgaben, welche Mindestausstattung den Referendaren zur Verfügung stehen sollte. „Von einer zukunftsorientierten Ausbildung auf dem neusten Stand der Pädagogik und Technik sind wir in der aktuellen Covid19-Pandemie leider weit entfernt“, kritisiert Georg Hoffmann.

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