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PhV BW: Landesregierung muss Rahmenbedingungen für Wiederöffnung der Schulen schaffen

Pressemitteilung des Philologenverbands Baden-Württemberg (PhV BW) zum künftigen Schulbetrieb und der Wiederöffnung der Schulen:

  • Landesregierung muss Rahmenbedingungen für Wiederöffnung der Schulen schaffen
  • PhV-Vorsitzender Ralf Scholl „Gesundheitsschutz von Lehrkräften und Schülern muss an erster Stelle stehen”
  • Öffnung im Wechselunterricht mit vollwertigen FFP2-Masken, Raumluftreinigern und Schnelltests
  • „Das Land benötigt eine Perspektive und Planbarkeit“

Der Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) erwartet von der Landesregierung, dass sie umgehend die Rahmenbedingungen für eine schrittweise Wiederaufnahme des Präsenzbetriebs im Wechselunterricht nach den Faschingsferien schafft.

Der PhV-Vorsitzende Ralf Scholl erklärt dazu: „Präsenzunterricht ist sehr viel effektiver als Fernunterricht, das haben doch alle mittlerweile begriffen.“ Von daher ist es nach seiner Einschätzung wichtig, die Schulen bald zu öffnen. Angesichts der wachsenden Ausbreitung der ansteckenderen Virus-Mutationen könne dies aber nur dann verantwortet werden, wenn wirklich alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen wurden, um eine Virus-Ausbreitung über die Schulen zu verhindern.

Dies bedeutet insbesondere:

  • Öffnungen nur schrittweise und im Wechselunterricht durchzuführen, damit die Abstandsregeln sowohl im Unterricht wie auch auf dem Schulweg (keine überfüllten öffentlichen Verkehrsmittel!) eingehalten werden können.
  • Funktionierende und vollwertige (!) FFP2-Masken für die Lehrkräfte und die Schülerinnen und Schüler, um einen maximalen Schutz zu gewährleisten.
  • Raumluftreinigungsgeräte in allen Unterrichtsräumen. Diese Geräte senken die Viruslast in der Raumluft gegenüber einem Stoßlüften alle 20 Minuten laut Deutscher Physikalischer Gesellschaft mindestens noch einmal um einen Faktor von 2,5 bis 3.
  • Schnelltests jede Woche, um „vor die Infektionen“ zu kommen. Diese Schnelltests müssten an den Schulen durchgeführt werden. (Dazu wären aber noch massive Vorbereitungen nötig, z.B. Schulungen der schulischen Ersthelfer und die Klärung der juristischen Fußangeln bei solchen Tests.)
  • Frühzeitige Impfung der Lehrkräfte, damit über sie keine Infektionen an die Kinder weitergegeben werden können.

Bestätigt sieht sich der Philologenverband in seiner kritischen Haltung zu den vom Land bereitgestellten KN95-Schutzmasken für Lehrkräfte. Eine vom Sozialministerium in Auftrag gegebene Nachprüfung hat letzte Woche die Zweifel an der Maskenqualität bestätigt, die der PhV bereits Ende Dezember aufgrund eines eigenen Tests geäußert hatte. „Vor einer Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts erwarten wir von der Landesregierung, dass sie alle Lehrkräfte mit vollwertigen FFP2-Masken ausstattet“, erklärt Ralf Scholl. „Dass das Sozialministerium fünf Wochen benötigt hat, um die bereits vom PhV festgestellten Mängel zu bestätigen, ist ebenso wenig ein Ruhmesblatt, wie die Ausgabe dieser unzureichenden Masken.“

Für die nächsten Wochen und Monate wünscht sich der Verband der gymnasialen Lehrkräfte eine schlüssige und veröffentlichte Strategie der Landesregierung für den Umgang mit der Pandemie – und das nicht nur für die Schulen.
„Alle Baden-Württemberger – auch und ganz besonders die Schulleitungen, Lehrkräfte, Eltern und Schüler – benötigen endlich eine klare Perspektive und Verlässlichkeit, wie mit der Corona-Pandemie inzidenzbasiert umgegangen wird.“
Als Vorbild könnte hier der Corona-Stufenplan von Niedersachsen dienen, wonach in Abhängigkeit von den jeweiligen Inzidenzen feste Regeln vorgeschlagen werden. „Ein solches Konzept bietet gegenüber den bisherigen, häufig sehr kurzfristigen ad-hoc-Entscheidungen eine viel höhere Planbarkeit für alle Beteiligten“, so Ralf Scholl.

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