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So gelingt der Distanzunterricht besser! Umfrage des BPV fördert konkrete Vorschläge zutage

Fast drei Wochen befinden sich Bayerns Schulen mittlerweile im Distanzunterricht. Eine Umfrage des Bayerischen Philologenverbands (bpv) unter rund 2000 Lehrkräften zeigt: Es gibt viele Möglichkeiten, den Distanzunterricht zu verbessern.

Technische und rechtliche Rahmenbedingungen

Großen Verbesserungsbedarf sehen die Lehrkräfte bei der technischen Ausstattung. Für 63 Prozent der Befragten muss die genutzte Software verlässlicher werden, 60 Prozent meinen, die technische Ausstattung der Schüler und Lehrer muss sich verbessern.  Die Hälfte der Befragten wünscht sich die Möglichkeit, die Kameranutzung bei Schülern verpflichtend zu gestalten. Für 57 Prozent würde mehr Rechtssicherheit beim Datenschutz den Distanzunterricht besser machen.

Michael Schwägerl, der Vorsitzende des bpv, erläutert: „Die Umfrage zeigt: Die Kolleginnen und Kollegen sehen weiterhin strukturellen Nachholbedarf. Es mangelt entweder an der Technik, also Software und Hardware, oder an den rechtlichen Voraussetzungen. Es ist hier wie so oft: Eltern, Schüler und Lehrer geben ihr Bestes, während es bei den Rahmenbedingungen hakt. “

Keine gute Kommunikation

Daneben wurden in der Umfrage noch viele weitere Verbesserungsvorschläge genannt, die gesammelt auch dem Ministerium übergeben werden. An vorderster Stelle steht der Wunsch nach verlässlicher, langfristiger Kommunikation und Information. Ein Wunsch, den Schwägerl nur zu gut versteht: „Erst gestern haben wir zunächst über einen Tweet (!) des Ministers erfahren, dass der Wechselunterricht für bestimmte Klassen am Montag feststeht – auf Nachfrage aus der Opposition. Und das vor dem Hintergrund einer sich eher zuspitzenden Nachrichtenlage zur Pandemie. Ich kann verstehen, dass sich Schulleitungen, Lehrer, Eltern und Schülern missachtet fühlen, wenn Informationen so spät, so unsicher und dann auch unerwartet kommen. Was wir seit Monaten erleben ist keine gute Kommunikation, sondern ein großes Durcheinander. Genau das ist es, was die Teilnehmer der Umfrage wahrnehmen und wo wir uns dringend eine Verbesserung wünschen.“

Ein System für alle Prozesse im Distanzunterricht

Weit oben auf der Liste der in der Umfrage genannten Verbesserungsvorschläge steht auch ein zentrales System für den Onlineunterricht. Eine Plattform, die für die vielen unterschiedlichen Prozesse im Distanzunterricht gut ausgelegt ist, zum Beispiel zur Kommunikation, zur Kollaboration oder zum Austausch von Arbeitsmaterialien. „Seit gut elf Monaten müssen die Schulen unterschiedliche Systeme nutzen und nach der letzten Mebis-Panne vor Weihnachten gibt es eine noch größere Vielzahl an Tools. Jedes System hat dabei unterschiedliche Anforderungen, Zugangsdaten und ruft nach datenschutzrechtlicher Überprüfung.  Unsere Umfrage zeigt: Bayern braucht jetzt endlich eine geeignete digitale Lernumgebung. So, wie jede Schülerin und jeder Schüler eine Schule hat, die alles bietet”, schließt Schwägerl.

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