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PhVN: Maskenpflicht für weiterführende Schulen ist ab sofort notwendiges Übel

Infektionsschutz und Unterricht müssen vereinbar sein

Statement des Vorsitzenden des Philologenverbandes Niedersachsen, Horst Audritz, zu den heute vom Kultusminister verkündeten neuen Corona-Maßnahmen und der Maskenpflicht für weiterführende Schulen:

„Präventiv ist eine Maskenpflicht im Unterricht auf Zeit gemäß den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts für alle weiterführenden Schulen ab sofort ein zwingender Schritt. Da in Niedersachsen im Schnitt der Inzidenzwert bereits den Wert von 50 erreicht hat, sehen wir das heute vom Kultusminister lediglich empfohlene Tragen des Mund-Nasen-Schutzes als nicht mehr ausreichend an. Die Masken sind ein notwendiges Übel, damit Präsenzunterricht im eingeschränkten Regelbetrieb noch stattfinden kann. Niedersachsen muss dem neuen erhöhten Infektionsgeschehen nach den Herbstferien Rechnung tragen, wenn nicht riskiert werden soll, dass Schulen wieder ganz geschlossen werden oder zumindest in einen Schicht- oder Wechselbetrieb mit allen negativen Folgen übergehen müssen.

Dennoch sind bei weiterem exponentiellen Wachstum der Infektionszahlen eine Reduzierung des Präsenzunterrichts (Wechsel- oder Schichtmodell) sowie lokale und komplette Schulschließungen nicht auszuschließen, wie in einzelnen Landkreisen in Deutschland schon geschehen. Den Gesundheitsämtern kommt hier eine große Verantwortung zu. Wir fordern in diesen Fällen ein möglichst einheitliches Handeln und eine enge Abstimmung mit den politischen Verantwortlichen. Die weitestgehende Rücksichtnahme auf Risikogruppen muss begleitet werden von einer strikten Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln, die einer ständigen Überprüfung unterliegen müssen. Die Bereitstellung eines Mund-Nasen-Schutzes durch den Dienstherrn für alle Beschäftigten der Schulen muss gewährleistet werden.

Bereits im Frühjahr während des Lockdowns hatten wir in den Schulen vor Ort eine Bestandaufnahme der Mängelsituation gefordert. Jetzt rächt es sich, dass diese nicht vorgenommen wurde und somit frühzeitig Abhilfe geschaffen worden ist. Das grundlegende Problem vieler Schulen in dieser Pandemie bleibt: Wo Räume zu klein sind, wo Räume sich nicht ausreichend lüften lassen (und im Winter nicht angemessen heizen lassen), da kann und darf kein Unterricht stattfinden. Infektionsschutz und Unterricht müssen vereinbar sein, da darf es keine Kompromisse geben.“

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