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Philologenverband Niedersachsen fordert beim Gesundheitsschutz ständigen Krisenstab für die Schulen

Kurz vor dem Schulstart in das Schuljahr 2020/21 stellt sich die Frage, ob die Vorbereitungen für einen „eingeschränkten Regelbetrieb“ unter Corona-Bedingungen ausreichend sind oder ob wir uns auf weitergehende Einschränkungen einstellen müssen. Stark steigende Infektionszahlen in den Bundesländern und die Aussetzung von Lockerungen in Niedersachsen nähren Befürchtungen bei Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften, dass die Hygieneauflagen verschärft werden müssen.

„Wir fordern den bestmöglichen Gesundheitsschutz für Schülerinnen und Schüler wie für Lehrkräfte, der mit dem Präsenzunterricht vereinbar ist. Es muss unser gemeinsames höchstes Ziel sein, die Gesundheit eines jeden Einzelnen zu schützen. Hygieneschutzmaßnahmen, die allgemein gelten, müssen erst recht in der Schule gelten”, betont der Verbandsvorsitzende Horst Audritz.

Bereits im Juni hatte sich der Philologenverband nach ersten Erfahrungen mit den Schulöffnungen mit einem Schreiben an die Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände Niedersachsens gewandt und von den Schulträgern die unverzügliche Beseitigung eklatanter Hygienemängel in den Schulen gefordert. Es wurde deutlich, dass viele Schulen die erforderlichen behördlichen Vorgaben zum Gesundheitsschutz nicht umsetzen konnten. „Erforderliche schulische Anlagen sind teilweise gar nicht oder nur höchst eingeschränkt nutzbar, sofern sie überhaupt vorhanden sind“, so Audritz. Vor allem müssten vor Ort Lösungen für die Einhaltung wirklich schützender Hygiene- und Abstandsregeln im Unterricht und außerhalb des Unterrichts umgesetzt werden. Ein großes Problem stelle dabei u.a. die ausreichende Belüftung der Unterrichtsräume wie die öffentliche Schülerbeförderung dar.

Von einer sicheren Rückkehr zu einem „normalen“ Schulbetrieb könne unter den gegebenen Umständen kurz vor dem Schulstart nächste Woche weiterhin keine Rede sein. Daher sei die bis heute ausstehende Antwort der kommunalen Spitzenverbände nicht nachvollziehbar. „Sofern die Schulträger hier nicht das umsetzen können, was erforderlich ist, ist das Land in der Pflicht, Abhilfe zu schaffen“, stellt Audritz fest. „Uns fehlen bisher nicht nur die Transparenz zum Stand der Schutzmaßnahmen, sondern ebenso gezielte Kontrollmechanismen seitens des Ministeriums, ob erlassene Vorgaben auch erfüllt werden.“

Die Probleme der Corona-Krise lösten sich nicht von selbst. Es sei notwendig, dass sie mit allen Betroffenen angegangen werden. Wir fordern daher für die Zeit der Pandemie einen ständigen Krisenstab bzw. ein ständiges Expertengremium unter Beteiligung von Eltern- und Schülervertretung und Lehrervertretung, das fortlaufend über neue Erkenntnisse informiert und zur Beratung bei Entscheidungen herangezogen wird“, so Audritz. „Transparenz und vertrauensbildende Maßnahmen sind gefragt, wenn ein weiterer Lockdown an den Schulen verhindert werden soll.“

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