Programm zum Gymnasialtag „Menschen bilden – Gymnasium stärken“

Gymnasialtag „Menschen bilden – Gymnasium stärken“
des Deutschen Philologenverbandes und
des  Philologen-Verbandes Nordrhein-Westfalen

am 28. September 2019

im Wissenschaftszentrum Bonn Ahrstr. 45, 53175 Bonn

 

09.30 –10.30 Uhr

Begrüßungskaffee

10.30 –11.00 Uhr

Begrüßung/Einführung
Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes

Grußwort
Sabine Mistler, Vorsitzende des Philologen-Verbandes Nordrhein-Westfalen

11.00 – 11.45 Uhr

Vortrag
„Die Autorität der Gymnasiallehrkraft“
Prof. Dr. Roland Reichenbach, Institut für Erziehungswissenschaft Universität Zürich

11.45 – 12.00 Uhr

Diskussion

12.00 – 13.00 Uhr

Mittagsimbiss

13.00 – 14.30 Uhr

Workshops 1. Runde

Melanie Stumpf:
Regierungspräsidium Stuttgart, Schulreferentin und Fachreferentin Geschichte für Gymnasien

Workshop „Classroom Management“
In diesem Workshop lernen die Teilnehmer unterschiedliche Modelle zum Classroom Management kennen und reflektieren diese unter dem Aspekt der Tauglichkeit für das eigene Unterrichtshandeln. Gelingensfaktoren aus dem Erfahrungsschatz der Teilnehmer werden gesammelt und vorgestellt und durch bewährte Techniken der Klassenführung aus der Classroom-Management-Forschung ergänzt.
In Kleingruppen diskutieren die Teilnehmer anhand eigener Fallbeispiele, wie Störungen des Unterrichtsflusses vermieden werden können.



Cornelia Schwartz:
Lehrerin für Englisch und Mathematik am Gymnasium in Rheinland-Pfalz, Vorsitzende des Phv Rheinland-Pfalz und Vorsitzende des Hauptpersonalrates Gymnasien und Kollegs

Nachhaltiges Zeit- und Selbstmanagement:
Alte und neue Ideen für Anfänger und interessierte Profis
Korrigieren bis in die Nacht und am Wochenende, Konferenzen, Arbeitsgruppensitzungen, Informationsflut durch E-Mails, abgelegte Dokumente in Clouds und stapelweise Papier, Gespräche mit Schülern, Eltern und Kollegen, nebenbei mal schnell Unterricht vorbereiten, während Schulbuchverlage mehr Material produzieren, als man je wird sichten können … Und dabei ständig ein schlechtes Gewissen, weil man einerseits im Beruf gar nicht mehr alles bewältigen kann und andererseits Familie und Freunde viel zu kurz kommen. Wie gerne würde man endlich wieder in Ruhe Unterricht vorbereiten, die eigenen Ideen umsetzen, mit dem Partner/der Partnerin, Familie und Freunden gemeinsam unbeschwert lachen – und sich zwischendurch einfach mal zurückziehen und entspannen!
In diesem Workshop wollen wir zunächst das Problem wirklich verstehen, lösungsorientierte Einstellungen und Haltungen ausprobieren und eine Vielfalt an einfach und schnell umsetzbaren Tipps und Tricks kennenlernen, damit Folgendes im Alltag hoffentlich (wieder) möglich wird: abends mit dem guten Gefühl schlafen zu gehen, alles getan zu haben!

Inhalte des Workshops

  • Nachdenkliches
  • Parkinson’sche Gesetze
  • Informationsflut und Materialschlacht
  • Pareto-Prinzip

Tipps und Tricks: einfach, praxiserprobt und nachhaltig

  • 25.000-Dollar-Methode
  • Löwenzahn-Methode
  • Pomodoro-Methode

und weitere Tipps zum Umgang mit Informationsflut, Materialschlacht und immer neuen Aufgaben.



Stefan Avenarius:
Rechtsanwalt und Justitiar des Philologen-Verbandes NRW

Recht im Schulalltag – Dienstpflichten und Dienstrechte nach dem Beamtenstatusgesetz
Die Vorgaben des Beamtenrechts werden von Lehrkräften oft als eine Einschränkung ihrer pädagogischen Freiheit empfunden. Es gehört jedoch zu den Pflichten von Lehrkräften, die rechtlichen Rahmenbedingungen ihrer Tätigkeit zu kennen. Im Rahmen des Workshops werden von einem erfahrenen Schuljuristen praxisnahe und leicht verständliche Hinweise und Fälle zu Dienstpflichten und -rechten nach dem Beamtenstatusgesetz dargestellt. Die Teilnehmer gewinnen so ein Stück Rechtssicherheit im Schulalltag.



Thomas Langer/Lars Strotmann:
Lehrer für Englisch und Deutsch an einem Leipziger Gymnasium und Vorsitzender des Philologenverbands Sachsen
Lehrer für Geschichte und Philosophie am Abendgymnasium in Köln, Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Vorstand des Phv NW, Mitglied der AG Digitalisierung im PhV NW

Social Media am Gymnasium: Potenziale und Fallstricke
Instagram, WhatsApp und YouTube gelten als die Leitmedien der derzeitigen Schülergeneration. Doch lassen sich Social Media überhaupt sinnvoll im schulischen Kontext einsetzen - und wenn ja, wie? Neben Chancen für die Unterrichtspraxis und die schulische Öffentlichkeitsarbeit sollen im Workshop nach einem Überblick über die Rahmenbedingungen anhand von Fallbeispielen und Praxistipps auch (dienst)rechtliche Fallstricke aufgezeigt werden.



Birgit Schöffler:
Mitarbeiterin in der Schulleitung des Justus-von-Liebig-Gymnasiums Neusäß

Schülerfeedback
Für die Weiterentwicklung des Unterrichts kann Schülerfeedback ein interessanter und wertvoller Impulsgeber sein. Sowohl Diskrepanzen zwischen Eigen- und Schülerwahrnehmung als auch Übereinstimmungen können dabei Anregungen für die weitere gemeinsame Arbeit liefern. Im Workshop werden digitale Möglichkeiten vorgestellt, Schülerfeedback schnell und unkompliziert einzuholen und auszuwerten. Dies kann auch am eigenen Gerät nachvollzogen bzw. selbst umgesetzt werden (WLAN ist vorhanden).



Markus Gretzschel:
Lehrer für Mathematik, Physik und Informatik am Gymnasium Coswig, Sachsen; Mitglied im Lehrerbezirkspersonalrat Dresden

Cyber-Mobbing - Recht und Praxis im Schulalltag
Immer wieder kommt es vor, dass Schüler/innen das Internet nutzen, um ihren Missmut auf Lehrkräfte loszuwerden. Die scheinbare Anonymität dieser virtuellen Netzwerke verleitet zu teilweise sehr unsachlichen Behauptungen, ohne sich mit einem Konflikt konstruktiv auseinanderzusetzen. Vergessen wird allerdings, dass auch das Internet kein rechtsfreier Raum ist und die Verfasser/innen zivil- und strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden können. An vielfältigen Praxisbeispielen wird im Workshop der sinnvolle Umgang mit unsachlichen Äußerungen diskutiert und werden rechtliche Möglichkeiten als Reaktion darauf dargelegt.

 

14.30 – 15.00 Uhr

Kaffeepause

15.00 – 16.30 Uhr

Workshops 2. Runde

Melanie Stumpf:
Regierungspräsidium Stuttgart, Schulreferentin und Fachreferentin Geschichte für Gymnasien

Workshop „Disziplin und Haltung (der Lehrer!)“
In diesem Workshop werden die Teilnehmer unterschiedliche Definitionen von „Disziplin“ kennenlernen, ihre persönliche Vorstellung von Disziplin im Klassenzimmer reflektieren und an eigenen Fallbeispielen in Kleingruppen kurz diskutieren. Anhand eines Selbsteinschätzungsbogens sollen die Teilnehmer eigene Entwicklungsfelder erkennen und sich ihrer Stärken im Bereich der Klassenführung bewusst werden. Aspekte der Haltung als Lehrer werden vorgestellt und reflektiert und auf das eigene Unterrichtshandeln hin konkretisiert.



Britta Stephan:
Koordinatorin für Begabungsförderung am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Wiehl und Ansprechpartnerin für Begabungsförderung für den Oberbergischen und Rheinisch-Bergischen Kreis (Bezirksregierung Köln)

Begabungsförderung konkret – Spitzen- und Breitenförderung von leistungsstarken Schülerinnen und Schülern am Gymnasium
Ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung unter besonderer Berücksichtigung der Vielfalt der Intelligenzen und Begabungen – so lautet das zeitgenössische Credo im Hinblick auf die individuelle Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler. Im Rahmen des Workshops möchten wir – neben einem kompakten Theorieteil – konkrete Konzepte und Maßnahmen der praktischen Umsetzung, die zur Realisierung einer vitalen Förderkultur führen, aufzeigen sowie Möglichkeiten der Implementierung und Institutionalisierung dieser im Schulprogramm erläutern.



Dr. Christian Finkmann:
Lehrer (Englisch/Sport) am Gymnasium Gerresheim in Düsseldorf, Promotion zum Thema 'Gesundheitsmanagement in der Schule' am Institut für Schulentwicklungsforschung der TU Dortmund

Lehrergesundheit – Wie geht das?
Nach einem kurzen, systematisierenden, praxisrelevanten Input auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und gesetzlicher Grundlagen widmen wir uns der Frage, was wir dafür tun können, trotz widriger Arbeitsbedingungen im System Schule gesund zu bleiben.
Mithilfe eines Selbsttests, praxisorientiertem Studienmaterial und dem Austausch im Workshop werden Anregungen zu Reflexion und Impulse für mögliche Handlungsspielräume und -alternativen im Schulalltag gegeben.



Paul Meurer:
Schulleiter des Anne-Frank-Gymnasiums Halver

Baustelle Digitalisierung? Wie bereit ist die Schule für die Digitalisierung?
Für Schulleitungen bedeutet die Implementierung des didaktischen Prozesses des digitalen Lehrens und Lernens in unserem heutigen Gymnasium einen Prozess zu begleiten, der ausgehend von einer pädagogisch-didaktischen Analyse die Hardwareanforderungen in den Blick nimmt. Daran schließt sich ein partizipativer Prozess im Gymnasium an, der die ersten Schritte in der Umsetzungsphase mit dem Lehrerkollegium organisiert, um dann den Blick auf die digitale Unterrichtsentwicklung zu richten. Wichtig ist in diesem Prozess, dass das digitale Lehren und Lernen verstanden wird als pädagogisch-didaktische Bereicherung für den jeweiligen Standort des Gymnasiums. Hierbei können auch unterschiedliche Wege der didaktischen Umsetzung Erfolge zeigen. Dies wollen wir gemeinsam in diesem Workshop erarbeiten und beleuchten.



Antonia Dufeu:
Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Medienrecht für Schulen, Hochschulen und Behörden, Mainz

Medien-/Urheberrecht
Digitale Medien machen vor dem Schulunterricht nicht halt. Lehrer bedienen sich des Internets um ihren Unterricht vorzubereiten, das Intranet ermöglicht das Lernen auf so genannten Lern-Management-Systemen. Schüler holen sich Inspirationen aus dem Netz. Doch wo bleibt da das Urheberrecht?
Das Internet bietet in sozialen Netzwerken unendlich viele Möglichkeiten seine Meinung kundzutun. Jeder kann mitbestimmen und eigene Inhalte veröffentlichen. Das Smartphone ist immer dabei. Dadurch entsteht eine Gefahr für die Verletzung von Persönlichkeitsrechten und den Datenschutz. Die Frage nach „bring yourown device“ und deren rechtliche Auswirkung auf die Haftung der Schule rückt in hier immer mehr in den
Vordergrund.
Der Vortrag führt in das Medienrecht ein und vermittelt anhand von lebensnahen Fällen aus dem Schulalltag Grenzen und Möglichkeiten der schulischen Nutzung der digitalen Medien..



Adriane Langela-Bickenbach:
Lehrerin (Englisch und Niederländisch) am Gymnasium St. Leonhard, Fachleiterin Englisch GyGe am ZfsL Aachen, Preisträgerin Deutscher Lehrerpreis für innovativen Unterricht

Gymnasium der Zukunft? Vernetzungskompetenz und zeitgemäße Kommunikation in einer Kultur der Digitalität am Beispiel des #GLASKonzepts

  


Digitalisierung war gestern. Dieser Workshop widmet sich dem Thema der Kultur der Digitalität und beleuchtet ihre Relevanz für schulisches Handeln. Warum ist die digitale Vernetzung als eine der Schlüsselkompetenzen professionellen Lehrerhandelns zu verstehen, und wie unterstützt man auch seine Lerngruppen dabei, mit digitalen Medien wie mobilen Endgeräten mit Gleichaltrigen, authentischen Muttersprachlern, außerschulischen Lernorten oder Expertinnen und Experten zeitgemäß zu kommunizieren und sich zu vernetzen? Welche didaktischen Konzepte aber auch Stolpersteine verstecken sich hinter digitalem Austausch und der Öffnung von Bildungseinrichtungen?
In diesem Workshop wird es Raum geben für eine kurze Präsentation des #GLASKonzepts, einem erfolgreich umgesetzten Anwendungsbeispiel aus der Praxis, das im Januar 2018 mit dem 1. Platz des Deutschen Lehrerpreises – Unterricht innovativ ausgezeichnet wurde. Danach gehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf eine Reise zu verschiedenen Plattformen, zielgerichteten Unterrichtsszenarien bei individuellen und kollektiven Videokonferenzen, technischen Alternativen und in das Technasium eines niederländischen Gymnasiums.