Bildungspolitik

17.03.2013

Kompetenzorientierung im Unterricht

Frühjahrstagung des Bildungspolitischen Ausschusses des DPhV

Der Bildungspolitische Ausschuss des DPhV tagte Am 16. und 17. März unter Leitung von Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing in Fulda. Zentrales Thema der Tagung war die Kompetenzorientierung der Lehrpläne in den verschiedenen Bundesländern und die konkrete Umsetzung im Unterricht. Den Auftakt bildete eine Zusammenfassung der aktuellen bildungspolitischen Situationen in den einzelnen Bundesländern sowie die Umsetzung der Kompetenz- und Standardorientierung in den jeweiligen Lehrplänen.

Prof. Dr. David-S. Di Fuccia ging in seinem Vortrag „Kompetenzorientierung – gymnasial verstanden“ u. a. auf die Beziehungen zwischen Kompetenzen und fachlichen Inhalten der Lehrpläne ein. Den Ausgangspunkt der Diskussion um den Kompetenzbegriff bildeten dabei die PISA-Tests. Dabei stellte er fest, dass zwar die Frage „Warum sind unsere Schüler nicht besser?“ gestellt wurde, jedoch nicht „Wollen wir überhaupt bei PISA-Tests besser sein?“. Da das Gesamtbildungsziel in den überall geführten Diskussionen nur eine untergeordnete Rolle spielte, seien in den kompetenzorientierten Bildungsvorgaben fachliche Inhalte nur als notwendiges Übel enthalten. Dies sei weltfremd, so Prof. Di Fuccia, denn Kompetenzen könnten nur auf beherrschten fachlichen Inhalten aufsetzen, sie seien eine Dimension der Inhalte. Lehrpläne gebe es, um von den verschiedenen Wegen zum Bildungsziel einen geeigneten verbindlich vorzugeben. Im Anschluss an den Vortrag fand eine rege Diskussion zu diesem Themenkreis statt.

Dr. Horst Günther Klitzing, stellvertretender Bundesvorsitzender des DPhV, informierte die Teilnehmer über die aktuelle Arbeit des DPhV sowie den Deutschen Qualitätsrahmen, die Vergleichbarkeit der verschiedenen Bildungsabschlüsse mit der vorgegebenen 8-Stufen-Skala des Europäischen Qualifikationsrahmens.

Im Anschluss fand eine Diskussion zu den Vorgaben der Europäischen Union und deren freiwilliger Umsetzung in Deutschland statt. Nochmals stellte Dr. Klitzing klar, dass die Bildungspolitik im jeweiligen Land bestimmt wird. Brüssel kann dazu Empfehlungen geben, aber keine Vorgaben machen. Nur das, was den Kindern hilft, sollte auch umgesetzt werden. Ähnliches gelte für die Diskussion bezüglich der Inklusion. Im Originaltext finde sich kein Beleg dafür, dass Inklusion zwangsläufig in einer „Schule für alle“ statt finden müsse. Die Bundesländer sollten das hohe Niveau der Förderschulen nicht einem ideologisch geprägten Verständnis der Konvention opfern. Ebenso stelle sich die Frage, warum sich alle allgemeinbildenden Schulen für Schüler mit jeder Art von Behinderung öffnen sollten. Auch eine umgekehrte Öffnung wäre denkbar.

Von: Presse DPhV