Berufspolitik

24.03.2012

Initiative Burnon statt Burnout

Frühjahrstagung des Berufspolitischen Ausschusses 2012 in Königswinter

Lehrerausbildung, Arbeitszeitgerechtigkeit, Inklusion, Leitungstätigkeit und Führungsstrukturen, Burnout… Die Themen der diesjährigen Frühjahrstagung des Berufspolitischen Ausschusses zeigten schon im Vorfeld, dass die Teilnehmer drei interessante und abwechslungsreiche Tage erwarten würden. Gemeinsam mit den Vertretern der Philologenverbände in den Hauptpersonalräten der Länder trafen sich die Mitglieder des Berufspolitischen Ausschusses des DPhV vom 22. bis 24. März 2012 in Königswinter.

Reaktionen auf Symptome bei Burnout

Maßnahmen zur Lehrergesundheit gewinnen in allen Bundesländern zunehmend an Bedeutung. Wenn Kollegen ausgebrannt sind, ist das nicht nur für diese ein Verlust an Leistungsfähigkeit und Lebensfreude. Es entsteht auch für die Gesellschaft ein wirtschaftlicher Schaden. Frau Rubruck und Herr Riedel von der Initiative Burnon 2.0 stellten in Ihrem Vortrag nicht vordergründig Symptome und Folgen des so genannten Burnout Syndroms dar, vielmehr ging es ihnen um Maßnahmen zur Prävention. In Verbindung mit praktischen Übungen stellten sie Möglichkeiten vor, wie bei ersten Symptomen bei sich oder Kollegen reagiert werden sollte, damit die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Betroffenen erhalten bzw. wieder voll erreicht werden kann. Da dazu ein Erkennen von Anzeichen notwendig ist, bildete auch dieser Aspekt einen Schwerpunkt ihrer Präsentation.

Lehrergesundheit - ein  wesentlicher Aspekt

Während zu dem ersten Tagesordnungspunkt externe Experten eingeladen wurden, erfolgten die Impulsreferate zu allen weiteren Themen durch Mitglieder des Ausschusses. In Einführung und Diskussion zu den verschiedenen Inhalten wurde immer wieder deutlich, dass die Lehrergesundheit eine wesentliche Rolle spielt. Ausgangspunkt zum Thema Arbeitszeitgerechtigkeit durch Cord Santelmann war die weitere Arbeitszeitverdichtung für Lehrer in Baden-Württemberg, wo allein im Jahr 2012 150 Millionen Euro im Lehrerbereich eingespart werden. Die Vielfalt der Aufgaben, von denen bei jedem Kollegen Leitungs- und Führungsaufgaben enthalten sind, zeigt die hohe Arbeitsbelastung und unterstützt die Argumentation für eine umfassende Gesundheitsvorsorge für Lehrer.

Diskussion zu Führungsstrukturen und Leitungstätigkeit bundeslandbezogen führen

Die Diskussion zur Verbesserung von Führungsstrukturen und Leitungstätigkeit am Gymnasium wurde durch Dagmar Bär angeregt. Die Ausgangssituationen bei den Bedingungen und Aufgaben sind in den einzelnen Bundesländern höchst unterschiedlich. Dadurch wird deutlich, dass die Diskussion in den einzelnen Bundesländern geführt werden muss. Das Ziel der Schaffung optimaler Bedingungen zum Erreichen der Studierfähigkeit unserer Gymnasiasten ist hier bundeslandübergreifend. Aus berufspolitischer Sicht müssen in fast allen Ländern bessere Bedingungen für Beförderungsstellen und Höhergruppierungen geschaffen werden.

Nur der Bachelor reicht nicht für das Gymnasium

Die Meinung zur Lehrerausbildung, insbesondere bezüglich auf einen Bachelorabschluss für Lehrer, war schnell gefunden. Eine Unterrichtsabsicherung am Gymnasium durch Absolventen mit Bachelor-Abschluss ist auszuschließen. Eine solche Tätigkeit würde implizieren, dass eine Lehrtätigkeit auch ohne vollständiges Lehramtsstudium möglich ist. Dies widerspricht grundlegend Positionen des Deutschen Philologenverbandes.

Zusammenhang zwischen Inklusion und Lehrergesundheit

Seminarleiter Rainer Starke und Steffen Pabst moderierten die Diskussion zur Inklusion. Diese steht durch ihre fortwährend öffentliche Diskussion immer weder besonders im Fokus. Aus berufspolitischer Sicht sind bei einer Umsetzung dringend Lehrkräfte mit besonderen Qualifikationen notwendig. Die Auseinandersetzung dazu muss weiter konstruktiv und intensiv geführt werden. Hier schließt sich der Kreis zur Lehrergesundheit. Erneut wird deutlich, dass ohne entsprechende Maßnahmen die Gefahr einer weiteren Arbeitsverdichtung mit möglichen negativen Folgen für die Arbeitsbedingungen und die Gesundheit unserer Kolleginnen und Kollegen besteht.

Die Frühjahrstagung in einer sehr angenehmen und offenen Atmosphäre setzte Arbeitsschwerpunkte für den Berufspolitischen Ausschuss im Herbst, mit der Zielstellung die Erarbeitung gemeinsamer Positionen fortzusetzen, damit diese dann zur abschließenden Diskussion in den Bundesvorstand eingebracht werden können.

Von: Presse DPhV