News

11.12.2014

Vorspiegelung statt Widerspiegelung!

DPhV: Chancenspiegel nicht geeignet, Qualitätsaussagen über Bildungssysteme der Länder zu treffen!

Anlässlich der Vorstellung des neuen Chancenspiegels der Bertelsmann-Stiftung bezweifelte der DPhV-Bundesvorsitzende Heinz-Peter Meidinger erneut die Aussagekraft und die Konzeption der Studie. Kriterien und Methodik seien höchst umstritten, so der Verbandschef in Berlin. Insbesondere sei der Versuch, regionale Unterschiede bei der Bildungsbeteiligung und bei Drop-out-Quoten direkt dem jeweiligen Schulangebot zuzuschreiben, unsinnig. 

 „Der Chancenspiegel spiegelt nicht die Chancengerechtigkeit bzw. Chancenungerechtigkeit wider, sondern er spiegelt nur etwas vor, nämlich einen objektiven Bewertungsmaßstab für die Bildungssysteme der Länder zu haben.  Das ist aber trotz eines beeindruckenden Tabellen- und Diagrammaufwands nicht der Fall!“, ergänzte der Verbandschef.

Meidinger verwies darauf, dass beispielsweise Abiturquoten nichts über die jeweilige Studierfähigkeit aussagten. Beispielsweise unterschlage die Bertelsmann-Stiftung, dass Abiturienten aus verschiedenen Bundesländern sehr unterschiedliche Erfolgsquoten bei Studienabschlüssen aufwiesen. Auch sage die Höhe der Inklusionsquote gar nichts darüber aus, wie intensiv und erfolgreich Kinder mit Behinderungen in den jeweiligen Bundesländern gefördert würden. 

Deshalb, so der Verbandsvorsitzende, sei der tatsächliche Informationswert der jeweils neuen Auflage des Chancenspiegels sehr gering.

Von: Presse DPhV