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06.12.2016

Philologenverband zu PISA 2015

Bei Bildungsreformen wieder mehr auf das Kerngeschäft Unterricht achten! PISA-Ergebnisse wenig überraschend!

Als nicht überraschend hat der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, die Ergebnisse der deutschen Schülerinnen und Schüler bei der PISA-Studie 2015 bezeichnet.

„Es war angesichts der Herausforderungen des deutschen Bildungswesens in den letzten Jahren durch die Integration von Flüchtlingskindern, die Inklusion an Regelschulen sowie durch den massiven Lehrermangel zu erwarten, dass sich der Aufwärtstrend nicht in gleichem Maße und in allen Bereichen fortsetzen würde, wie er bei den letzten vier PISA-Studien zu beobachten war“, betonte der Verbandsvorsitzende. Umso mehr freue er sich über die signifikanten Verbesserungen bei der Leseleistung und die Fortschritte bei der Frage der Bildungsgerechtigkeit.

Gleichzeitig mahnte er an, in den Bundesländern bei bildungspolitischen Reformen wieder mehr das Kerngeschäft Unterricht in den Fokus zu nehmen. „Ich habe das Gefühl, dass bei vielen Struktur- und Bildungsreformen die Schülermehrheit, der Durchschnittsschüler zunehmend aus dem Blick geraten ist. Das muss sich ändern, will Deutschland bei der Bildungsqualität noch mehr nach vorne kommen.“

Meidinger warnte aber davor, sich in Deutschland am Schulsystem der sogenannten PISA-Siegerländer aus dem ostasiatischen Raum zu orientieren. Der enorme Leistungsdruck dort, die hohen Selbstmordraten unter Jugendlichen, aber auch die gegenüber deutschen Schulen verengten Stundentafeln ohne musische Fächer und zusätzliche Fremdsprachen dürften kein Vorbild für Deutschland sein.

„PISA ist gut, weil es uns in ganz bestimmten Testbereichen einen internationalen Vergleich ermöglicht. PISA ist aber nicht geeignet, die Bildungsqualität insgesamt zu messen. Deshalb ist der Rat der KMK-Präsidentin zu mehr Gelassenheit im Umgang mit solchen Studien völlig berechtigt!“, sagte der DPhV-Bundesvorsitzende.

Von: Presse DPhV