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28.08.2017

Meidinger: Politiker wissen nicht, was sie da versprechen

Für uneinlösbar hält er den von der Politik versprochenen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Schülern.

DIE WELT: Herr Meidinger, 75 Prozent der Deutschen sagen, gleiche Bildungschancen für alle seien das wichtigste Wahlkampfthema. Überrascht?

Heinz-Peter Meidinger: Was mich überrascht, ist, dass die Schulpolitik zum wichtigsten Wahlkampfthema bei einer Bundestagswahl geworden ist. Denn der Bund ist ja dafür gar nicht zuständig. Was mich nicht überrascht, ist, dass eine übergroße Mehrheit Vergleichbarkeit von Bildungschancen, eine Angleichung der Bildungssysteme und eine bessere Bildungsfinanzierung haben will. Der öffentliche Druck ist deutlich gewachsen. Und ohne ihn würden die Kultusminister wohl immer noch stolz die Unterschiede herausstreichen, statt die Gemeinsamkeiten zu betonen.

DIE WELT: Was ist die Konsequenz? Bildungsföderalismus abschaffen?

Meidinger: Ich warne davor, zu glauben, es würde alles besser, wenn der Bund die Bildung zentral organisiert. Bildungschancen hängen auch ab von der Sozialstruktur, der regionalen Wirtschaftskraft, der Finanzstärke der Kommunen.

 

Das komplette Interview mit der WELT finden Sie hier.

Von: Presse DPhV