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12.12.2014

Besorgnis über Rückgang der bildungsbezogenen Auslandsaufenthalte

DPhV fordert staatliche Stipendien für Auslandsschuljahre

Mit Besorgnis beobachtet der Deutsche Philologenverband die Entwicklung bei den Auslandsaufenthalten von Schülern. Obwohl die Schülerzahlen in der Sekundarstufe und der gymnasialen Oberstufe in den letzten Jahren nochmals deutlich angestiegen sind, sei die Zahl der mindestens dreimonatigen Auslandsaufenthalte in den letzten Jahren deutlich rückläufig, so der DPhV-Bundesvorsitzende Heinz-Peter Meidinger bei einer Veranstaltung in Berlin, und zwar von über 16 000 (2010) auf inzwischen unter 14 000.

Gleichzeitig zeige sich laut einer aktuellen Information des BiB (Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung), dass bei diesen Auslandsaufenthalten Kinder aus Elternhäusern mit akademischem Hintergrund mehr als doppelt so häufig vertreten sind wie Kinder von Nichtakademikern.

 Unschätzbare Vorteile eines Auslandsschuljahres

 "In einer globalisierten Welt ist es ein unschätzbarer Vorteil, bereits während seiner Schulzeit Auslandserfahrungen gesammelt zu haben, nicht nur wegen der Möglichkeit, Fremdsprachen perfekt zu erlernen, sondern auch wegen der kulturellen und für die Persönlichkeitsentwicklung wichtigen Erfahrungen. Gleichzeitig wird beim Übergang von der Schule bzw. Hochschule ins Berufsleben immer mehr Wert auf Zusatzqualifikationen zum Abitur und Studium Wert gelegt, insbesondere auf Auslandsaufenthalte. Es ist nicht hinnehmbar, dass diese Chance schulischer Auslandsaufenthalte von immer weniger Schülern genutzt werden kann, vor allem von immer weniger Schülern aus bildungsfernen Schichten", betonte der Verbandsvorsitzende.

 Forderung nach staatlichen Stipendien

Als Gründe für den Rückgang nannte Meidinger zum einen die Tatsache, dass nicht ausreichend Stipendien für solche Schüler zur Verfügung stünden, deren Eltern sich die Kosten eines Auslandsschuljahres nicht leisten könnten. "Wir halten es für erforderlich, dass jedem Gymnasium, jeder weiterführenden Schule von den Bundesländern eine Anzahl von Auslands-Stipendien zur Verfügung gestellt wird, über die die Schulleitung nach Sozial- und Leistungskriterien entscheiden kann. Davon sind wir aber weit entfernt."

Eine weitere Ursache des Rückgangs sieht der DPhV-Vorsitzende in der engen Taktung des achtjährigen Gymnasiums, das einen längeren Auslandsaufenthalt ohne Verlust eines Schuljahres nur unzureichend zulasse. Meidinger begrüßte in diesem Zusammenhang die Ankündigung des bayerischen Kultusministeriums, Schülern in einer entschleunigten Mittelstufe für einen Auslandsaufenthalt mehr Zeit und Raum zu geben.

Von: Presse DPhV