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07.01.2020

Berliner Universität soll auf Anweisung der Senatsverwaltung das Niveau des Lehramtsstudiums senken

Nach dem Motto: „Not macht erfinderisch!“ will die Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft und Forschung die geltende Kunsthochschulzulassungsverordnung von 2011 für die künstlerischen Lehramtsstudiengänge (Kunst, Musik, Theater) außer Kraft setzen.

„Berlin braucht aber gute und gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer in diesen Fächern – an den Gymnasien und an allen Schularten. Senken Sie nicht das Niveau, bleiben Sie bei den Qualitätsansprüchen der Universität der Künste, stoppen Sie Ihre angedachte Aussetzung der Kunsthochschulzulassungsverordnung! Die zukünftigen Schülerinnen und Schüler in Berlin werden es Ihnen danken!“, fordert die Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Susanne Lin-Klitzing, die Berliner Senatsverwaltung auf.

Lin-Klitzing kritisiert die geplante Außer-Kraft-Setzung der Zulassungsverordnung aufgrund von § 10 (4) BerlHG und Art. 64 (3) VvB als massiven Eingriff in die Belange der Berliner Universität der Künste: „Dies kann auch als Misstrauensvotum gegenüber der Expertise der Berliner Universität der Künste gedeutet werden.“  

Mit Blick auf die Berliner Schulsituation kommentiert Kathrin Wiencek, Vorsitzende des Philologenverbandes Berlin-Brandenburg: „Das ist kein verantwortliches Handeln der zuständigen Berliner Senatsverwaltung. Es ist leider ein weiterer Baustein in den Quer- und Seiteneinsteigerprogrammen von Berlin. Schon heute sind über 60% der neu eingestellten Lehrkräfte Seiten- und Quereinsteiger. Das ist die bundesweit höchste Quote.

Bei leistungsorientierten Vergleichsuntersuchungen zwischen den Bundesländern schneidet Berlin bereits regelmäßig schlecht oder am schlechtesten ab! Wir wollen die rote Laterne aber nicht und wir wollen vor allem keine weitere Niveauabsenkung im Interesse unserer Schülerinnen und Schüler!“

 

 

Von: Presse DPhV