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01.08.2017

Zu kleine Räume für zu viele Schüler

Marode Gebäude, zu wenig Platz – und jetzt auch noch unqualifizierte Quereinsteiger als Lehrer: Meidinger schlägt Alarm

In Zeiten des Lehrermangels tendieren Länder dazu, jeden Quereinsteiger zu beschäftigen. Denn vor nichts graut Kultusministern mehr als vor rebellierenden Eltern, die fortgesetzten Unterrichtsausfall beklagen. Der neue Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL), der bayerische Gymnasialschulleiter Heinz-Peter Meidinger, hält das für genau den falschen Weg. Er hat die Länder im Gespräch mit der F.A.Z. aufgefordert, auch in Zeiten des Lehrermangels nicht jeden Bewerber zu nehmen, sondern allenfalls befristet anzustellen. „Es ist nicht vertretbar, in Mangelzeiten auch unzureichend qualifizierte Bewerber auf Dauer einzustellen“, sagt Meidinger. Er befürchtet, dass besseren Bewerbern zu späterer Zeit durch solche Praktiken der Weg ins Lehramt versperrt wird.

In Zeiten mit wenigen Einstellungen sollten die Länder über den Bedarf einstellen. Das geschehe jedoch in den seltensten Fällen, da die verantwortlichen Politiker Angst davor hätten, dass sich die Schulen an eine Überversorgung gewöhnten, sagte Meidinger. Ostdeutsche Länder wie Sachsen, wo demnächst die Schule wieder beginnt, können ihre Unterrichtsversorgung nur durch geliehene Lehrer etwa aus Bayern aufrechterhalten. So haben bayerische Lehrer sich aufgrund einer Rückkehrvereinbarung in den Süden darauf eingelassen, in Sachsen auszuhelfen. In die Randregionen allerdings lassen auch sie sich nicht gerne versetzen.

Ab und an ein Quereinsteiger ist okay

Entsetzt äußerte sich der Präsident des DL, der bis Dezember auch noch an der Spitze des Deutschen Philologenverbandes steht, darüber, dass in Berlin schon die Hälfte der Mint-Fächer unterrichtenden Lehrer ohne Lehramtsstudium vor der Klasse stehen. Er habe nichts dagegen, wenn es ab und an einen Quereinsteiger an einer Schule gebe. Aber bei einer Vielzahl von Quereinsteigern sei die Qualität gefährdet.

 

Den vollständigen Artikel von Heike Schmoll aus der FAZ finden Sie hier: Zu kleine Räume für zu viele Schüler

Von: Presse DPhV