Aus den Ländern

„Autorität hat man nicht, sie wird einem zugesprochen“

Podiumsdiskussion zum Thema "Pädagogische Autorität im Wandel"

Beleidigt, bedroht, gemobbt - immer häufiger werden auch pädagogische Autoritäten infrage gestellt, Lehrerinnen und Lehrer klagen über mangelnden Respekt.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion machten sich Pädagogen verschiedener Schularten in der Akademie für Politische Bildung Tutzing Gedanken über das Phänomen Gewalt an Schulen. Die Präsidentin des BLLV, Simone Fleischmann, unterstrich, dass der gesellschaftliche Wandel sich auch in der Schule spiegele. "Lehrer werden als Vertreter von Institutionen angegriffen, nicht als Person." Eine Zunahme der verbalen Gewalt stellte Ursula Lay fest, Landesvorsitzende der Katholischen Erziehergemeinschaft Bayern. Autorität sei immer im Wandel, sagte Lay und zitierte Pädagogikprofessor Roland Reichenbach: "Autorität hat man nicht, sie wird einem zugesprochen." Jürgen Böhm, Vorsitzender des Deutschen und Bayerischen Realschullehrerverbandes verwies auf neue Auseinandersetzungen auch außerhalb der Schule, beispielsweise Cybermobbing oder religiöse Fundamentalisten. Amtsautorität und -gewalt gelte nichts mehr, stellte der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger fest. Lehrer sollten nicht nur mit persönlicher Autorität und Charisma diesen Amtsanspruch wieder verstärkt einfordern, sondern ihren Erziehungsanspruch wahrnehmen und die Führungsfigur im Unterricht sein. Einig waren sich die Pädagogen, dass mehr Demokratieerziehung und demokratische Strukturen an Schulen nötig seien, vor allem im Grundschulbereich müssten die Eltern stärker eingebunden werden.

Dr. Susanne Eisenmann Heinz-Peter Meidinger treffen sich in Stuttgart

Zu einem ersten Kennenlernen und Meinungsaustausch trafen in Stuttgart die neue Kultusministerin Baden-Württembergs, Dr. Susanne Eisenmann, und der DPhV-Vorsitzende Heinz-Peter Meidinger zusammen. Inhaltlich war man sich einig, dass die Bildungsqualität am Gymnasium und das Abiturniveau gehalten und gesichert werden muss. Meidinger begrüßte es, dass zukünftig die Grundschulempfehlung beim Übertritt wieder vorgelegt werden muss. Er drängte auch darauf, dass der Modellversuch zur Gemeinschaftsschule zukünftig auch im Hinblick auf die Lernleistungen evaluiert werden müsse. Es wurde vereinbart, den Dialogprozess weiterzuführen.

Sprache und Werte sind Schlüssel der Integration

Dr. Ilka Hoffmann und Marlis Tepe (GEW), Dr. Claudia Bogedan (KMK-Präsidentin), Udo Michallik (KMK-Generalsekretär) Heinz-Peter Meidinger (DPhV) und Jürgen Böhm (VDR).

dbb Lehrerverbände und KMK fordern zur Bewältigung der Aufgaben mehr Bundesmittel


Die Integration tausender Flüchtlingskinder zu meistern, ist gemeinsames Ziel der dbb Lehrergewerkschaften und der Kultusministerkonferenz (KMK).

Die Vertreter der dbb Lehrerverbände machten  beim Jahresgespräch am 17. März 2016 in Berlin deutlich, dass die Integration in die Gesellschaft nur gelingen kann, wenn das Bildungssystem den jungen Geflüchteten zunächst Sprache und Werte vermittelt. Einigkeit bestand zwischen KMK und Gewerkschaften, dass die gesamtgesellschaftliche Aufgabe der Integration zusätzliche Bundesmittel erfordert.

Die Kultusministerinnen und -minister nutzten das Gespräch mit den Lehrerverbänden, um auch ihren Dank und Respekt für die bisher geleisteten Integrationsleistungen auszudrücken.

Basis gelingender Integration sei, den Kindern und Jugendlichen vor der Aufnahme in den Regelschulunterricht in speziell ausgerichteten Unterrichtsangeboten Sprache und Grundwerte zu vermitteln. Darauf könne dann erfolgreicher Unterricht mit den anderen Schülerinnen und Schülern aufsetzen. Für diese Integrationsleistungen seien viele Schulen aber nur unzureichend ausgestattet,

betonten die Repräsentanten der dbb Lehrerverbände. Es fehlten insgesamt mindestens 20.000 Lehrkräfte, insbesondere für das Fach „Deutsch als Zweitsprache“. Auch Schulsozialarbeiter seien angesichts vieler traumatisierter Kinder nicht in ausreichender Zahl verfügbar. Daran zeige sich, dass die Integrationsleistungen des Bildungssystems mit zusätzlichen Bundesmitteln unterstützt werden müssten.

KMK-Präsidiumsgespräch

Im Gespräch mit der Präsidentin der KMK, Brunhild Kurth (M.): Heinz-Peter Meidinger (DPhV), Dr. Angelika Rehm (VLW), Jürgen Böhm (VDR), Udo Beckmann (VBE) und Dr. Sven Mohr (BLBS).

Neue KMK-Präsidentin

Vorstandsmitglied des Deutschen Philologenverband, Steffen Pabst (r.), überbringt die Glückwünsche des Verbandes und gratulierte der sächsische Staatsministerin Brunhild Kurth zur Präsidentschaft der Kultusministerkonferenz 2015.

Treffen mit der Bundesministerin für Bildung und Forschung

Am 26. Mai 2014 trafen sich der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes Heinz-Peter Meidinger und der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes Max Schmidt mit der Bundesministerin Prof. Dr. Wanka in der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.

Sie unterhielten sich über ein neues Modell zur Lösung der Schulzeitfrage, von dem der DPhV überzeugt ist, dass es zumindest für die 'alten' Bundesländer das Potenzial hat, einen dauerhaften Schulfrieden herzustellen – und dies unter Beibehaltung eines qualitätsvollen gymnasialen Bildungsganges für die Schülerinnen und Schüler. Dieses Modell berücksichtigt die unterschiedlichen, individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler, verzichtet auf eine frühe Entscheidung für eine acht- oder neunjährige Form und sieht am Ende für alle die gleiche zweijährige Qualifikationsphase vor.

Und hier kommt MAX...

Fotos: Sebastian Schulz, Süderländer Tageblatt

Tina Brune ist Bürgerin aus NRW und dreifache Mutter. Sie schrieb uns, da ihr etwas auf der Seele liegt, was derzeit viele andere Eltern auch sehr beschäftigt:

Ich bin Mutter, meine Kinder sind 12, 11 und 8 Jahre alt und ich bin Vorsitzende einer Elterninitiative aus NRW. Mein jüngster Sohn ist Max. Max wurde Ende Januar 8 Jahre alt und hat in seinem Leben schon viele Hürden überwinden müssen. Gesundheitlich hat Max ein paar Baustellen und von dem her war es für ihn immer schon schwerer sich im Leben zurecht zu finden, als es das für „normale“ Kinder ist. Max wurde im Sommer 2012 eingeschult. Er kam in eine Klasse mit 25 weiteren Kindern. Die Schule und auch seine Klassenlehrerin kannte ich bereits von meinen beiden älteren Kindern.

„Mama ich bin dumm, ich kann nur Sport“

Max hat sich auf die Schule gefreut, doch leider stellte sich recht schnell heraus, dass die Schule für Max ein harter Weg werden würde. Er hatte große Probleme sich in der großen Klasse zurecht zu finden und den Leistungsanforderungen zu genügen. Max gab sich große Mühe, doch es gelang ihm nicht, das zu leisten, was von ihm erwartet wurde. Er lernte nur sehr, sehr langsam. Alle seine Klassenkameraden hatten ihn schnell abgehängt. Max spürte jeden Tag, dass er an seine Grenzen stieß und wurde immer trauriger. Mein zuvor fröhlicher Junge veränderte sich, er wurde immer trauriger, frustrierter und Max weinte nur noch. Ständige Bauchschmerzen stellten sich ein, wenn er zu Schule sollte, das Hausaufgabenmachen endete täglich in großen Weinarien. Mein Kind verzweifelte jeden Tag ein bisschen mehr und wurde immer unglücklicher. Er merkte, dass er jeden Tag an seine Grenzen kam und dass andere mehr konnten als er selbst. „Mama ich bin dumm, ich kann nur Sport“, war ein Satz, den wir sehr oft hörten und mir tat es im Herzen weh zu sehen, wie Max immer mehr innerlich zerbrach. Ich hatte unzählige Gespräche in der Schule. Man wollte Max ja helfen, aber die Rahmenbedingungen ließen dies nicht vernünftig zu. Am Ende der ersten Klasse konnte Max vier Buchstaben sicher zuordnen. Andere Kinder können zu diesem Zeitpunkt bereits schon fremde Texte lesen...

Ich konnte mir nicht mehr ansehen wie schlecht es Max ging und begann mir Hilfe zu holen, ich wollte Förderung für mein Kind, denn ich konnte einfach nicht glauben, dass es normal sein sollte, dass Max so große Probleme hatte. Wie gesagt, ich habe noch zwei Kinder und ich habe bei beiden erlebt, was sie am Ende der Klasse 1 konnten etc.

„Mama hier kann ich lernen, es dauert nur, bis ich das alles kann, was die anderen machen“

Ich stieß bei meiner Recherche auf die Förderschule hier im Ort und rief dort an, ich schilderte dort meine Sorgen und man richtete für Max zu Beginn der zweiten Klasse eine achtwöchige Probezeit ein. In dieser Probezeit blühte Max auf. Plötzlich ging er wieder gerne zur Schule, machte Fortschritte, wurde selbstbewusster, Max war wieder fröhlich und begann an sich selbst zu glauben! „Mama hier kann ich lernen, es dauert nur, bis ich das alles kann, was die anderen machen“. Ein Fortschritt nach dem anderen stellte sich ein, kleine Fortschritte zugegeben, aber sie waren für Max so wichtig. Endlich Erfolgserlebnisse! Als ich diese positive Veränderung mit Max miterlebte, beantragte ich das Verfahren zur Überprüfung des sonderpädagogischen Förderbedarfes. Das Gutachten, das erstellt wurde, bescheinigte Max den Bedarf einer besonderen Förderung. Max konnte auf der Förderschule bleiben.

Förderschulen sollen erhalten bleiben

Warum schreibe ich Ihnen das nun? Ich schreibe es Ihnen, um Ihnen zu zeigen, wie wichtig es ist, dass Förderschulen erhalten bleiben. Inklusion ist eine tolle Sache, aber es gibt auch Kinder, die den geschützten Raum einer Förderschule dringend benötigen. An einer Förderschule gibt es andere Rahmenbedingungen für diese Kinder und die sind so unglaublich wichtig. Zum jetzigen Zeitpunkt kann eine Regelschule eine solche Förderung nicht bieten und für viele Kinder wäre es der falsche Weg, sie in Regelschulen zu geben. Aufgrund der Mindestanzahl von Schülern, die für eine Förderschule nun im 9. Schuländerungsgesetz festgelegt sind, sind viele Schulen nicht mehr in der Lage, weiter zu bestehen. Viele Schulen müssen schließen. Aber auch wenn sie in Fusion mit einer anderen Schule gehen können, sind sie nicht gerettet. Die Teilstandorte haben ja ebenfalls festgelegte Mindestzahlen, die sie an Schülern aufbringen müssen. Ich als Mutter bin sehr erschüttert über diese Entwicklung und würde mir wünschen, dass die Förderschulen bestehen bleiben können. Ich habe an Max gesehen wie wichtig sie sind und wie wertvoll ihre Arbeit ist.

Ich kann nicht verstehen, wie man ein gut funktionierendes System so „vor die Wand fahren lässt“, auf Kosten der Kinder. Natürlich gibt es Kinder die in Regelschulen zurechtkommen können, aber es gibt eben auch die, für die das nicht gilt.

Wenn eine Firma ihre Produktion umstellt, wird doch auch die laufende Produktion weiter belassen und das Neue nebenher eingeführt. Kein Unternehmen würde auf etwas Neues umsteigen und sofort etwas Altes einstampfen. Rahmenbedingungen würden erst angepasst und beide Systeme würden nebeneinander weiterlaufen, bis man eben sicher ist, dass das Neue sich etabliert hat und ohne Probleme läuft. Kein Unternehmen würde das Risiko eingehen, dass das neue System nicht funktioniert, man aber das Alte zerstört hat, auf das man zurückgreifen könnte.

Genau das tut man aber nun mit unseren Kindern, indem man Förderschulen mehr oder weniger in die Schließung drängt. Hier geht es nicht um Maschinen, hier geht es um das Kostbarste was wir Menschen haben, um unsere Kinder, die wir doch beschützen müssen!

Viele Eltern scheuen sich, ihr Kind auf eine Förderschule zu geben, weil Vorurteile im Raum stehen

Ich weiß, dass Sie nun argumentieren könnten, dass die Eltern ja entscheiden, wo sie ihre Kinder zur Schule schicken und es eben viele Eltern gibt, die ihr Kind in den gemeinsamen Unterricht geben. Aber man muss auch sehen warum sie das tun. Da ist einerseits das mangelnde Wissen darüber, welche Förderung an einer Förderschule geboten wird, wie Förderschulen arbeiten, wie viele Förderstunden zur Verfügung stehen oder welche Rahmenbedingungen die Kinder dort vorfinden. Es ist aber auch oftmals das gesellschaftliche Bild. Viele Eltern scheuen sich einfach, ihr Kind auf eine Förderschule zu geben, weil Vorurteile im Raum stehen. Die langen Anfahrtswege sind ebenfalls ein Grund. Besonders hier im ländlichen Raum haben die Kinder lange Schulwege zu Ihrer Förderschule. Viele Eltern entscheiden aufgrund des Schulweges ihr Kind in den gemeinsamen Unterricht in allgemeinbildenden Schulen zu geben, weil eben die Förderschule so weit entfernt ist. Da ich mit der Entwicklung absolut nicht zufrieden bin und mir für all die vielen Förderkinder wünsche, dass sie richtig gefördert werden und den Zugang zur Bildung erhalten, so wie sie es brauchen, habe ich in der letzten Woche eine Petition zum Erhalt der Förderschulen online gestellt. Über 7.300 Menschen haben bereits in den wenigen Tagen seit Beginn die Petition unterzeichnet. Hunderte Eltern, aber auch Pädagogen.

Kinder sollen bekommen, was ihnen zusteht, ihr Recht auf Bildung

Wir alle wollen, dass unsere Kinder das bekommen was Ihnen zusteht, nämlich ihr Recht auf Bildung und das ist ganz klar nur dann gesichert, wenn Förderschulen erhalten bleiben und Eltern die Möglichkeit haben auf diese Schule zurückzugreifen!

Politiker sind von uns Bürgern gewählt worden und ich hoffe einfach, dass sie auch bedenken, dass sie eben auch Kinder vertreten. Die Kinder haben sie zwar nicht selbst gewählt, aber sie sind Ihnen eben auch anvertraut.  Bitte helfen Sie uns, dass alle Kinder das gleiche Recht haben, nämlich darauf, dass sie Zugang zur Bildung haben. So, wie sie es individuell benötigen. Es geht hier um Kinder. Das sind keine Dinge, wo man eine Norm einrichten kann. Jedes Kind ist anders und so sollten auch die Lernorte verschieden sein. Jedes Kind sollte die Chance haben glücklich aufzuwachsen.

Ich möchte Sie hiermit nun gerne bitten, sich die Petition anzuschauen und uns zu helfen. Den Link finden Sie hier.

Unsere Kinder haben es verdient, dass wir alles tun damit sie glücklich aufwachsen können und ich hoffe sehr, dass Sie mich verstehen können.

Mit freundlichem Gruß
Tina Brune
Elterninitiative
Förderschwerpunkt "lernen" NRW

Mahnwache der sächsischen Lehrer hat begonnen

Vor dem Kultus- und Finanzministerium in Dresden hat am Mittwochmorgen eine zweitägige Mahnwache der sächsischen Lehrer begonnen. Die Schulen bräuchten dringend mehr Personal, um die Bildungsqualität im Freistaat aufrecht-erhalten zu können, sagte der Vorsitzende des Sächsischen Lehrer-verbandes (SLV), Jens Weichelt, am Mittwoch in Dresden. «Vor allem müssen bei steigenden Schülerzahlen mehr junge Lehrer eingestellt werden, damit diese nicht in andere Bundesländer abwandern.» Schon jetzt reiche die Zahl der Lehramtsstudenten nicht aus, um den Bedarf im Freistaat zu decken.

 

Sachsen startet mit Warnstreik ins neue Schuljahr

Helmut Overbeck, stellv. Vorsitzender der dbb tarifunion.

Die dbb tarifunion hat alle im sächsischen Landesdienst beschäftigten Kolleginnen und Kollegen für den 7. September 2012 zu einem eintägigen Warnstreik aufgerufen, um einen Tarifvertrag zur Altersteilzeit“ für alle Arbeitnehmer im Landesdienst zu erkämpfen.

„Sachsen weigert sich weiterhin Gespräche zu einer neuen Altersteilzeit zu führen, obwohl im Tarifabschluss 2011 die Möglichkeiten zu bezirkstariflichen Regelungen in den jeweiligen Ländern bestehen. Finanzminister Unland hat selbst als Vertreter der Tarifgemeinschaft der Länder in den Verhandlungen diese Möglichkeit mitgetragen“, so Helmut Overbeck von der dbb tarifunion vor der Presse in Dresden.

Die Lehrkräfte in Sachsen bilden die größte Gruppe der Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst des Landes und sind somit in besonderem Maße vom Generationenwechsel betroffen. Mit einem Tarifvertrag zur Altersteilzeit kann der Generationswechsel im öffentlichen Dienst des Landes gestaltet werden. Gleichzeitig werden Perspektiven für junge Menschen im Landesdienst geschaffen. Die bisherige Vorschläge der Lehrergewerkschaften zum demografischen Umbau, z. B. der „Generationenvertrag 50+“ des Philologenverbandes Sachsen“ wurden bisher von der Landesregierung konsequent ignoriert.

Auf die Frage eines Journalisten, wie man die Attraktivität des Lehrerberufes in Sachsen erhöhen könnte, betonte Helmut Overbeck, dass der Beamtenstatus wesentlich dazu beitragen könnte. Junge, gut ausgebildete Lehrkräfte verließen Sachsen, weil andere Bundesländer ihnen die Verbeamtung bieten würden. Dies zeige sich am Beispiel Berlin und Brandenburg.

 

Stellenplus läuft gegen Null

Foto: Steffen Pabst.

Pädagogen in Sachsen protestierten gegen schwarz-gelbe Bildungspolitik

Weil trotz scheinbarer Nachbesserungen und einem Steuerplus in den Staatskassen nicht ausreichend Lehrerstellen freigegeben wurden und somit immer noch Lehrermangel an sächsischen Schulen droht, demonstrierten am 13.Juni rund 6000 Lehrer und Erzieher in Dresden gegen das schwarz-gelbe Bildungspaket.

Bereits vor ein paar Monaten demonstrierten die Lehrergewerkschaften vor dem sächsischen Landtag. Von Kultusministerin Brunhilde Kurth, selbst Lehrerin, erhofften sie sich einen Kraftschub für ihre Interessen. Nun sahen sich die Lehrerverbände, unter ihnen auch der sächsische Philologenverband erneut gezwungen, gegen die Bildungspolitik der Landesregierung zu protestieren.

Das von CDU und FDP vereinbarte Bildungspaket versprach bis 2016 zusätzliche 2200 Lehrerstellen, von denen bereits im kommenden Schuljahr 400 eingelöst werden sollten. Nach Meinung der sächsischen Lehrer ist diese Kalkulation jedoch zu knapp. Kultusministerin Kurth räumte ein, dass dieses im Dezember verabschiedete Paket zu eng geschnürt worden sei. Nach harten Verhandlungen mit Finanzminister Georg Uhland, sei aber nochmals mit 655 zusätzlichen Stellen zu rechnen. Die Gewerkschaften setzten dieser Stellungnahme entgegen, dass sich mit zuvor abgebauten 583 Lehrerstellen kein maßgebliches Plus ergeben würde.

Frank Haubitz, Vorsitzender des sächsischen Philologenverbandes warnte vor einem Crash des Bildungssystems, wenn nicht durch höheren Lohn und zusätzliche Stellen eine Motivation für die Arbeit von Lehramtsabsolventen in Sachsen geschaffen würde.

Kultusministerin Kurth nahm die Demonstrationen ernst und versprach, sich im Haushalt 2013/2014 für den weiteren Ausbau der personellen Ausstattung einzusetzen.

 

Bundesverfassungsgericht: Schulleiterbestellung auf Zeit nichtig!

Philologen-Verband: Mammutschlappe für NRW

Der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts hat entschieden, dass die nordrhein-westfälische Regelung verfassungswidrig ist, Führungsämter zunächst im Beamtenverhältnis auf Zeit zu vergeben. Diese Praxis verletzt das in Art. 33 Abs. 5 des Grundgesetzes zu beachtende Lebenszeitprinzip. Es wird aber nicht nur die Verfassungswidrigkeit festgestellt, vielmehr ist die jetzige Regelung nichtig!

vollständige Pressemitteilung des Philologenverbands NW als pdf-Datei

Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichtes zu diesem Thema