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DL-Fachtagung „Schule in der digitalen Welt“
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Einstimmige Wiederwahl von Stefan Düll
von Walter Tetzloff
Die Künstliche Intelligenz ist da. Sie prägt unsere Kommunikation, und sie kann nicht mehr ignoriert werden. Ratsam und vielleicht notwendig ist eine intensive Auseinandersetzung mit ihr.

DPhV-Bundesvorsitzende Prof. Dr. Lin-Klitzing mit Referent Florian Nuxoll und PhV-Landesvorsitzende Baden-Württemberg Martina Scherer
Das war Grund genug für unseren Dachverband, den Deutschen Lehrerverband, zu einer Fachtagung in Berlin einzuladen, die Geschäftsführerin Anne Schirrmacher in bewährter Weise vorbereitet hat. Die Delegierten freuten sich deshalb auf den Hauptreferenten Florian Nuxoll, einen Lehrer aus Baden-Württemberg, der dem DPhV auch auf dessen Gymnasialtag im November in Bonn als Diskutant zur Verfügung stehen wird.
Nuxoll referierte in Berlin über „KI in Arbeitsalltag und Unterricht“. Die zunehmende Bedeutung machte er in seinem Referat auf drei Ebenen fest:
- Was bedeutet die KI für die einzelne Lehrkraft?
- Was bedeutet sie für die Klassen und Schulen?
- Was bedeutet sie für die Gesellschaft, festgemacht an Politik und Wirtschaft?
Zu 1. Hier sieht Nuxoll vor allem eine Entlastung bei der Unterrichtsvorbereitung. Stundengestaltung und die Herstellung von Arbeitsblättern usw. sei nunmehr eine Sache von wenigen Minuten. Gleiches gelte für organisatorische Aufgaben, wie sie im Lehrkräftealltag anfielen: so die Erstellung von Elternbriefen und die Vorbereitung von Klassenfahrten.
Ein Vorteil sei die Möglichkeit der KI, ein Arbeitsblatt für Schülerinnen und Schüler bei Bedarf in drei Niveaustufen zu erstellen. Auch Korrekturen mittels KI führten zu einem schnelleren Feedback für die Schülerinnen und Schüler.
Zu 2. Nuxolls Haltung zur KI in der Schule kann keineswegs als unkritischer Enthusiasmus bezeichnet werden. Davon zeugen seine weiteren Ausführungen. Unter dem Motto „Was wir schützen müssen“ wies der Referent auf Gefahren hin. Sie entstünden, wenn Schülerinnen und Schüler in die Versuchung kämen, den Vorgang einer mühsamen Aneignung von Wissen und Fähigkeiten zu überspringen, aber:
Lernen braucht Anstrengung!
Insofern gehörten zum Lernprozess auch die Möglichkeit eines Scheiterns und die Einbeziehung überwindbarer Schwierigkeiten. Nuxoll ging soweit zu fordern:
Kritische KI-Mündigkeit setzt KI-freie Kompetenzen voraus!
Deswegen plädierte der Referent auch für handschriftliche Prüfungsformate und den Nachweis von Leistungen ohne Werkzeug oder Übungsphasen gänzlich ohne KI, um nur zwei Beispiele zu nennen.
Zu 3. Aufgabe der Schule und der Pädagogik allgemein sei es nach wie vor, junge Menschen zum Denken hinzuführen und gleichzeitig einen verantwortungsvollen Umgang mit der KI zu ermöglichen.
Das selbstbestimmte Individuum zu fördern könne nicht bedeuten, sich mit aller Kraft der KI entgegenzustellen. Maschinenstürmer im 19. Jahrhundert hätten schließlich auch die Industrielle Revolution nicht verhindert. Fatalismus sei aber auch keine angemessene Haltung in dieser Frage.
Eine engagierte Diskussion der Teilnehmerinnen und Teilnehmer schloss sich dem Impulsvortrag an.

Der DL-Präsident Stefan Düll gab anfänglich seinen Bericht über die Arbeit in der abgelaufenen Amtsperiode ab. So sprach er auch über die KI-Auswirkungen auf Schulen und die Lehrerausbildung in Deutschland und plädierte wie auch schon der zitierte Referent Florian Nuxoll für eine Anstrengungskultur.
Sorgen bereitete Stefan Düll die zu beobachtende Zunahme von Gewalt an unseren Schulen. Diese trete verbal, körperlich oder in Gestalt von Vandalismus hervor. Der Sprachförderung an den Schulen müsse eine Sprachstandserhebung vorausgehen, wie sie einige Bundesländer, wenn auch noch nicht alle, bereits praktizierten.
Abschließend dankte Stefan Düll seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern im DL-Präsidium für ihre loyale Unterstützung sowie seiner langjährigen Geschäftsführerin Anne Schirrmacher für ihre professionelle Arbeit innerhalb und außerhalb des Büros.

DL-Präsident Stefan Düll
Bei den anschließenden Wahlen des Präsidenten und des Schatzmeisters gab es ein klares Ergebnis: Stefan Düll, der für eine erneute Wahlperiode kandidierte, erhielt 24 von 25 Stimmen (1 Enthaltung), und als Schatzmeister wurde Dominik Berdien einstimmig wiedergewählt.