Drei zukünftige Gesprächspartner für DPhV und Landesverbände

    In Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Brandenburg wurden neue Kultusminister ernannt

    Zur Verbandsarbeit gehören seit jeher der Dialog und die kritische Begleitung der Bildungs- und Kultusminister in den 16 Bundesländern. Obwohl diese primär Ansprechpartner der Landesverbände sind, sind die intensiven persönlichen Begegnungen der DPhV-Führung gemeinsam mit den jeweiligen PhV-Landesvorsitzenden mit den Regierenden in den Ländern und Stadtstaaten unentbehrlich und von letzteren auch immer wieder gewünscht.

    Andreas Jung, neuer
    Kultusminister von
    Baden-Württemberg

    In drei Ländern hat es kürzlich einen Regierungswechsel gegeben. In Baden-Württemberg gelang es den regierenden Bündnis-Grünen knapp, ihre Vorrangstellung zu halten und, nachdem Winfried Kretschmann seinen Rückzug als Ministerpräsident angekündigt hatte, mit Cem Özdemir den neuen Regierungschef zu stellen. Dieser entschied sich, die im Südwesten insgesamt erfolgreiche Koalition mit der CDU fortzusetzen. Da diese aber den Grünen an Wählerstimmen sehr nah und an Mandaten sogar gleichkam, konnten die Christdemokraten auf eine stärkere Präsenz im Landeskabinett pochen. Ein Ergebnis der Koalitionsverhandlungen: Die bisherige Kultusministerin Teresa Schopper (Bündnis 90/Die Grünen) verlor dieses Amt, wurde stattdessen Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, und an ihre Stelle im Kultusbereich tritt Andreas Jung. Der 50-jährige stammt von der Insel Reichenau. Er profilierte sich bisher als Bundestagsabgeordneter primär in der Klimapolitik, beide Eltern waren allerdings Lehrkräfte am Gymnasium. Die Einarbeitung in das neue Amt wird für den gelernten Juristen Jung eine Herausforderung sein, aber keine unüberwindliche. Er lässt sich zitieren mit dem Satz: „Schule ist nicht der Ort für Kulturkämpfe, sondern der Ort für Wissensvermittlung und Herzensbildung“.

    Dr. Ute Eiling-Hütig,
    neue Bildungsministerin
    in Rheinland-Pfalz

    In Rheinland-Pfalz gewann die CDU jüngst die Landtagswahl. Der neue Ministerpräsident Gordon Schnieder bildete ein Kabinett aus Union und Sozialdemokraten, wobei aber die CDU mit Erfolg das Kultusministerium für sich reklamierte. Zur Überraschung vieler in Mainz fiel dies an eine bayerische Politikerin, die dreizehn Jahre lang Mitglied des dortigen Landtags und überdies in der oberbayerischen Kommunalpolitik fest verankert war, die CSU-Politikerin Dr. Ute Eiling-Hütig. Ursprünglich allerdings stammt diese aus Westfalen, wo die Münsterländerin einen Magisterabschluss in Geschichte und Archäologie (Universität Münster) erwarb. Als Mitglied des Ausschusses für Bildung und Kultus im Freistaat hat sie sich schulpolitische Kompetenz erworben, die ihr im neuen Regierungsamt in Mainz sicherlich nützlich sein wird.

    Gordon Hoffman,
    neuer Bildungsminister
    in Brandenburg

    Eine Regierungsumbildung hat es in Brandenburg gegeben. Der langjährige Ministerpräsident Woidke (SPD) sah keine Grundlage mehr für eine Zusammenarbeit mit der zerstrittenen Linken und beendete deshalb die Koalition mit diesen in Potsdam. Neuer Koalitionspartner wurde die CDU, die dann auch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport erhielt. Minister wurde Gordon Hoffmann (47), ein ausgebildeter Erzieher, der umfangreiche Kenntnisse in der Sozialpädagogik hat und überdies über Parlamentserfahrung in Wittenberge und Potsdam verfügt. In der Landtagsfraktion war Hoffmann mehr als ein Jahrzehnt Sprecher für Bildungspolitik.

    Der Deutsche Philologenverband gratuliert der neuen Ministerin in Mainz und ihren beiden neuen Kollegen in Stuttgart und Potsdam und freut sich auf einen konstruktiven Dialog.

    von Walter Tetzloff

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