DPhV-Bundesvorstand tagte in Erfurt

    → Thüringens Bildungsminister stellt sich vor
    → Verabschiedung von Ines Musch

    Er begann mit einem Kompliment. Der Philologenverband sei sehr präsent in seinem Land und ein wichtiger Gesprächspartner für die Thüringer Landesregierung. Deren Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christian Tischner (CDU), stellte sich dem DPhV-Bundesvorstand in Erfurt vor … und das nicht ohne Stolz auf sein Land. Hier wurde seinerzeit der Kindergarten erfunden, und hier entstand auch die Volksbildungsbewegung. Beides unterstreiche die zentrale Bedeutung der Bildung für und in Thüringen.

    Christian Tischner selbst ist gelernter Gymnasiallehrer für Geschichte und Sozialkunde. Mit diesem Hintergrund konnte er die drei Ziele seiner Landesregierung glaubhaft vertreten: Werte sollen nicht nur gelehrt, sondern auch gelebt werden. Demokratiebildung auf der Basis unserer Verfassung sei Aufgabe der Schule. Zweitens kündigte der Minister eine Lehrplanüberarbeitung an, wobei Leistungsorientierung auf der Basis von Fachlichkeit und Fachdidaktik im Vordergrund stehe. Schließlich bemühe sich die Regierung in Erfurt um Chancengerechtigkeit für alle Schülerinnen und Schüler, was das Prinzip des Förderns und Forderns einschließe. Demzufolge sei die Landesregierung gegen die mittlerweile in anderen Bundesländern praktizierte Abschaffung der Förderschulen.

    Christian Tischner suchte den intensiven Dialog mit der Vorsitzenden des PhV Thüringen, Heike Schimke, und ihrem Vorstand. An Themen für die zukünftigen Kontakte fehlt es nicht, man denke an den umfangreichen Generationswechsel in der Lehrerschaft, an die Professionalisierung der Seiten- und Quereinsteiger oder an das Problem der zunehmenden Abschaffung der Altersermäßigung.

    Eine Verabschiedung stand in Erfurt leider auch an. Aus dem Thüringer Philologenverband war und ist sie nicht wegzudenken: Ines Musch verlässt den Bundesvorstand, weil sich ihre Dienstzeit in der Schule einem Ende nähert. So war es denn die Bundesvorsitzende Susanne Lin-Klitzing, die in Erfurt die großen Verdienste der Kollegin würdigte, insbesondere ihre Arbeit im Bildungspolitischen Ausschuss des DPhV und dann im Landes- und im Bundesvorstand. Ines Musch habe den Verband jahrzehntelang geprägt, „durch Sachverstand und durch tiefe Loyalität“. Zu ihrer Offenheit und Verlässlichkeit gesellten sich ihre „klare, deutliche und humorvolle Art“. Nicht nur die Bundesvorsitzende konnte resümieren: „Wer mit Dir gearbeitet hat, weiß: Auf Ines ist Verlass.“

    Dabei spiegelt sich in ihrer Biographie die jüngste deutsche Geschichte: 1985, noch in der DDR also, trat Ines Musch in den Schuldienst ein, als Lehrerin an der Polytechnischen Oberschule mit den Fächern Deutsch und Englisch und dann, nach der deutschen Wiedervereinigung 1990, am Gymnasium, nämlich der Goetheschule in Ilmenau. Für ihr Verbandsengagement erhielt die Kollegin die Ehrennadel des Thüringer Philologenverbandes.

    von Walter Tetzloff

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