Hitzefrei-Debatte: PhV BW fordert verlässliche Regeln und konsequenten Gesundheitsschutz an Schulen
• Verbindlichkeit statt Dilemma: Der PhV BW unterstützt den Vorstoß von Kultusminister Jung für klarere, verbindlichere Hitzefrei-Regelungen, um Schulleitungen aus der permanenten Abwägungsfalle zu befreien.
• Reale Arbeitsbedingungen im Blick: Für den PhV BW steht der verlässliche Gesundheitsschutz von Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern an erster Stelle.
• Sanierungsoffensive jetzt: Kurzfristige Unterrichtsbefreiungen heilen keine baulichen Mängel. Land und Kommunen müssen eine echte Klima-Sanierungsoffensive für die Schulgebäude starten.
Steigende Temperaturen und immer mehr extreme Hitzetage belasten den Schulalltag in Baden-Württemberg massiv. In der aktuellen Diskussion um einheitlichere Richtlinien für „Hitzefrei“ stellt sich der Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) hinter den Vorstoß von Kultusminister Andreas Jung. Der Verband mahnt auch an, den Gesundheitsschutz aller Beteiligten konsequent in den Fokus zu rücken.
Zurzeit befinden sich die Schulen und insbesondere die Schulleitungen in einem permanenten Dilemma: Einerseits zwingt der Klimawandel zu schnellem Handeln bei Extremwetter, andererseits wächst der Druck, Unterrichtsausfälle strikt zu minimieren.
Die Landesvorsitzende des PhV BW, Martina Scherer, stellt sich hierbei schützend vor die Kolleginnen und Kollegen in den Schulen: „Hier brauchen die Schulen klarere Regelungen, die den Schulleitungen bei der Entscheidung über ‚Hitzefrei‘ helfen! Der Kultusminister hat völlig recht, dass wir hier mehr Verbindlichkeit und Klarheit benötigen.“
Martina Scherer stellt klar: „Für uns als Verband gilt: Gesundheitsschutz ist nicht verhandelbar! Wer von den Lehrkräften sowie den Schülerinnen und Schülern Höchstleistungen verlangt, muss auch für erträgliche Arbeitsbedingungen sorgen. Verlässliche Vorgaben geben den Schulleitungen die nötige Sicherheit, um im Sinne des Wohlbefindens aller Beteiligten vor Ort zu entscheiden.“
Langfristig, so betont der PhV BW, können flexiblere Hitzefrei-Regelungen ohnehin nur die Akuthilfe für ein tieferliegendes, bauliches Problem sein. Der Verband fordert daher ein entschlossenes Umdenken bei der Schulinfrastruktur. Unterrichtsbefreiung darf kein Dauerzustand werden. Nötig ist eine gemeinsame, kraftvolle Investitionsoffensive von Land und Kommunen, um Schulgebäude durch wirksame Beschattung, moderne Dämmung und zeitgemäße Kühlung klimafest zu machen.
An den Gymnasien des Landes Baden-Württemberg werden knapp 300.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Der Philologenverband Baden-Württemberg e.V. (PhV BW) vertritt mit über 9.000 im Verband organisierten Mitgliedern die Interessen der Lehrerinnen und Lehrer an den öffentlichen und privaten Gymnasien des Landes.
Im gymnasialen Bereich hat der Philologenverband BW sowohl im Hauptpersonalrat beim Kultusministerium als auch in allen vier Bezirkspersonalräten bei den Regierungspräsidien die Mehrheit und setzt sich dort für die Interessen der ca. 26.500 Lehrkräfte an den Gymnasien des Landes ein.