Wie ist die Menschheit früher nur ohne Smartphone ausgekommen?

    Jacob Weizman fordert „Smartphone aus, Leben an!“

    Eine Buchrezension von Walter Tetzloff

    Ein ungewöhnliches Buch ist das. Sowohl im Aufbau als auch im Stil. Jacob Weizman treibt die Sucht um. Die Sucht, die er in allen Altersstufen und Schichten, besonders aber bei jungen Menschen ausmacht, die subjektive Abhängigkeit vom Smartphone.
    Sie beobachten wir im öffentlichen Raum und in unseren Schulen, wo alle pausenlos auf ihr Mobiltelefon starren, anstatt mit ihren Mitmenschen zu kommunizieren oder kontemplativ in sich zu gehen.

    Weizman ist sicher nicht der erste und einzige, den diese Form von Medienkonsum beunruhigt, man denke hier nur an die große gegenwärtige Debatte um ein Handyverbot in unseren Schulen. Was das Buch des jungen Autors besonders macht, ist zweierlei:

    Zum Einen die Eindringlichkeit, mit der Weizman sein Anliegen verfolgt, und diese Eindringlichkeit erklärt sich aus der eigenen Betroffenheit, hatte ihn schließlich die eigene Abhängigkeit vorübergehend zu einem Handy-Junkie gemacht, den die eigene Überzeugung von der Notwendigkeit seiner ständigen Erreichbarkeit und dem Gefühl, ohne das kleine Gerät Wichtiges im Leben zu versäumen, schließlich ins Burn-out führte.

    Allerdings müssen Leserinnen und Leser hier keine selbstmitleidige Eigentherapie befürchten. Weizmans Anliegen ist ein gesellschaftliches und nicht zuletzt ein pädagogisches. Der Autor entgeht geschickt der Falle, nur pro domo zu schreiben und seine eigene Fallstudie zu verfassen, indem er eine überschaubare Gruppe von Betroffenen zu Wort kommen lässt. Diesen Gesprächspartnern wird die eigene Situation bewusst, d. h. sie zeigen sich in etlichen Fällen eher unglücklich angesichts ihres Smartphone-Konsums und ihres Mangels an persönlichen Interaktionen. Isolation ist dabei nicht unbedingt ihr Problem, wohl aber eine sinnarme Oberflächlichkeit, aus der sie schließlich heraus wollen.

    Zweitens beschränkt sich Jacob Weizman nicht auf die Diagnose eines beunruhigenden gesellschaftlichen Problems, sondern zeigt Wege auf, wie aus Bildschirmzeit wieder echte Lebenszeit werden kann.

    Das zu lesen lohnt ebenso wie der im Buch enthaltene Selbsttest.

    Der Deutsche Philologenverband freut sich, Jacob Weizman Mitte November 2026 in Bonn im Rahmen unseres nächsten Gymnasialtages in einem Workshop zu erleben.

    Verlosung

    Das Buch von Jacob Weizman „Smartphone aus – Leben an“ ist 2025 in Eschborn im Ambrosia Verlag erschienen.
    PROFIL verlost drei Exemplare. Zum Gewinnformular gelangen Sie unter www.dphv.de/verlosung.

    Bitte tragen Sie Ihre Daten und das Stichwort „Smartphone aus“ ein!
    Teilnahmeschluss ist der 12. Juni 2026. Viel Glück!

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