Während an den bayerischen Gymnasien die Abiturprüfungen bereits seit drei Wochen laufen, beginnt die entscheidende Phase an den Beruflichen Oberschulen erst jetzt. Ralf Geistert, bpv-Referent für die FOSBOS, erklärt: „Die hohe Zahl von 24.500 Prüflingen zeigt unmissverständlich, wie tragend und leistungsfähig die Beruflichen Oberschulen sind. Wer über Bildungsgerechtigkeit spricht, darf FOS und BOS nicht vergessen. Sie sind kein Ausweichweg, sondern ein gleichwertiger, bewährter und anspruchsvoller Zugang zur Hochschulreife – und sie sichern die Durchlässigkeit des bayerischen Schulwesens ganz konkret.“
Am Freitag, den 15. Mai, starten an 121 Fachoberschulen (FOS) und 64 Berufsoberschulen (BOS) in Bayern die Abitur- und Fachabiturprüfungen. Die schriftlichen Prüfungen folgen der bekannten Abfolge: Deutsch, Profilfach, Mathematik und Englisch. Nach intensiven Vorbereitungswochen stehen die jungen Erwachsenen nun vor der letzten und entscheidenden Bewährungsprobe ihrer schulischen Laufbahn. Doch die Rahmenbedingungen haben sich verändert – und Schule muss darauf reagieren. Während die vergangenen Jahre noch stark von den Lernrückständen der Corona-Pandemie geprägt waren, stehen Schule und Prüfungen inzwischen vor ganz neuen Herausforderungen: Künstliche Intelligenz verändert Lernen, Üben und Wissensaneignung grundlegend. In den Abschlussprüfungen jedoch sind die Schülerinnen und Schüler weiterhin vollständig auf sich allein gestellt.
Geistert stellt klar: „Gerade dieser Widerspruch macht deutlich: Die derzeitige Prüfungskultur steht auf dem Prüfstand. Wenn sich Lernen verändert, müssen sich auch Prüfungsformate weiterentwickeln. Dieser notwendige Prozess braucht klare Konzepte, Zeit – und politische Unterstützung. Für das laufende Prüfungsjahr gilt jedoch unverändert: Geprüft wird ausschließlich die eigenständige Leistung der Schülerinnen und Schüler.“
In den vergangenen Wochen haben sich die Prüflinge mit großem Fleiß und Engagement auf diese besondere Situation vorbereitet. „Für den nun anstehenden Prüfungsabschnitt wünschen wir allen Schülerinnen und Schülern Kraft, Konzentration, Erfolg – und natürlich auch das nötige Quäntchen Glück“, so Geistert abschließend.
Der Bayerische Philologenverband (bpv) ist die Vertretung der Lehrkräfte an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen in Bayern. Mit seiner leidenschaftlichen Arbeit setzt sich der bpv seit seiner Gründung im Jahr 1863 kontinuierlich für gute Arbeits- und Rahmenbedingungen der Lehrkräfte ein und fördert den Bildungsauftrag der Schularten. Der bpv ist die starke Stimme seiner Mitglieder und ein unverzichtbarer Partner in der bayerischen Bildungspolitik.
Für den Inhalt verantwortlich: Ulrike Schneider, Pressereferentin des bpv (presse@bpv.de; Mobil: 0172 8483399)