Prämierung der Preisträger und Anerkennung für einen ganzen Berufsstand

    Verleihung des Deutschen Lehrkräftepreises in Berlin

    von Walter Tetzloff und Victoria Hildebrand

    Diese Form der Anerkennung und Wertschätzung verdienen Deutschlands Lehrkräfte eigentlich nicht nur an diesem einen Tag im Jahr. Aber hier in Berlin unweit vom Brandenburger Tor war er besonders augenfällig. Die Heraeus Bildungsstiftung und der Deutsche Philologenverband vergaben auch in diesem Jahr wieder den „Deutschen Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ“. 33 Juroren entschieden sich für achtzehn Preisträgerinnen und Preisträger, die im Rahmen einer großen Veranstaltung mit großer medialer Aufmerksamkeit geehrt und ausgezeichnet wurden.

    Moderiert wurde die Preisverleihung von Christiane Hübscher, der ZDF-Moderatorin, und die Schirmherrschaft hatte in diesem Jahr Simone Oldenburg, die Bildungsministerin von Mecklenburg-Vorpommern und bis vor wenigen Monaten turnusgemäß Präsidentin der Bildungsministerkonferenz der Länder. An exekutiver Prominenz fehlte es ohnehin nicht. Die Berliner Schulsenatorin Katharina Günther-Wünsch war ebenso präsent wie Anna Stolz, die derzeitige BMK-Präsidentin und bayerische Kultusministerin, und Steffen Freiberg, ihr brandenburgischer Kollege. Als Gastgeberinnen traten wie in den Vorjahren Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing und Alexandra Heraeus in Erscheinung, die die Gäste begrüßten und die Preisträgerinnen und Preisträger ehrten.

    Eine Big Band und zwei Poetry-Slammer sorgten für den unterhaltenden Rahmen. Für Vergnügen aber sorgten auch schon zwei Kinderfotos aus den Grundschulzeiten der beiden Gastgeberinnen, die heitere Erinnerungen an diese Lebensphase preisgaben. Und es blieb noch Zeit für den Dank an Prof. Dr. David Di Fuccia, der für den DPhV jahrelang als Juryleiter tätig gewesen war und nun Platz für seinen Nachfolger Thomas Langer (PhV Sachsen) einräumte.

    „Lehrer sind keine Wissensautomaten!“ Mit diesen Worten begann Ministerin Simone Oldenburg ihre einleitende Rede, mit der sie ein differenziertes Berufsbild zeichnete. Lehrkräfte seien auch „Klempner der Gesellschaft“ und „Heldinnen und Helden des Alltags“.

    Vorbildliche Schulleitungen

    Für die Kategorie „Vorbildliche Schulleitungen“ gingen in diesem Jahr Hunderte Bewerbungen ein, so dass die Juroren schwere Entscheidungen zu treffen hatten.

    Der 3. Preis ging an die Schulleiter Carsten Arntz und Kathrin Wichmann vom Erzbischöflichen Berufskolleg Köln, die ihrem Kollegium Verantwortung zutrauten und Freiräume zugestanden, was ihnen die Wertschätzung und die Nominierung einbrachte.

    Die Schulleiterin Roswitha Malewski leitet die Grundschule Kuppelnau in Ravensburg. Sie erhielt den mit 1500 Euro verbundenen zweiten Preis. „Meist helfen Humor und viel Gelassenheit“, so lautet ihr Rezept bei Konflikten in ihrer Schule.

    Der erste Preis ging an das Schulleitungsteam bestehend aus Jenny Krzyaniak, Svetlana Thieme und Kati Klinzing. Sie leiten die Denis-Diderot-Schule, eine Oberschule der Stadt Leipzig. Betont wurden hier die Verdienste des Leitungsteams um die Selbstverwirklichungsmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler.

    Ausgezeichnete Lehrkräfte

    In dieser Kategorie werden Lehrkräfte von ihrer Schülerschaft nominiert. Die Preisverleihung erfolgte hier durch Anna Stolz, Bayerns Staatsministerin für Unterricht und Kultus, Katharina Günther-Wünsch, Berlins Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, und Martin Fugmann (Heraeus Stiftung) sowie Tim Göbel (Schöpflin Stiftung). Ausgezeichnet wurden die fachliche und die soziale Kompetenz der nominierten Lehrerinnen und Lehrer.

    Die Preisträger:

    • Fatma Kan, Quinoa-Schule, Berlin
    • Simone Windhüs, Landfermann-Gymnasium, Duisburg
    • Steffen Haschler, Gymnasium Englisches Institut, Heidelberg
    • Julian Lee, Gymnasium Allermöhe, Hamburg
    • Serhat Gökce, Berufliche Schule 9, Nürnberg
    • Philipp Limmer, Zentralschule Adorf/Vogtland
    • Dimitri Fromm, Janusz-Korczak-Gesamtschule, Gütersloh
    • Toni Fischer, Regionale Schule Fritz Reuter, Demmin
    • Roland Struwe, Eichendorffschule, Kelkheim
    • Christin Altenkirch-Borchert, Voltaireschule, Potsdam

    Unterricht innovativ

    Den 3. Preis erhielt Holger Seefried für das Projekt „Science Fair – Forschen für die Zukunft“, Deutschhaus-Gymnasium Würzburg (Foto: DLP/Heraeus Bildungsstiftung)

    Staatsministerin Anna Stolz aus München und Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing (DPhV) übernahmen es, innovative, fächerübergreifende und nachhaltige Unterrichtsprojekte auszuzeichnen.

    „Diese zeigen eindrucksvoll“, so Susanne Lin-Klitzing, „wie innovativer Unterricht junge Menschen begeistert, fachliche Tiefe mit Kreativität verbindet und Schule als lebendigen Bildungsort erfahrbar macht.“

    Hier ging der 3. Preis an Holger Seefried und sein Team vom Deutschhaus-Gymnasium Würzburg. Ihr Projekt: Science Fair – Forschen für die Zukunft. Die guten Ideen, die diesem Projekt zugrunde liegen, fördern die Begeisterung für die MINT-Fächer.

    Den 2. Preis erhielten Alexandra Baum und Philipp Rohleder für das Projekt „Podcast im Deutschunterricht“, Gerhart-Hauptmann-Schule Griesheim (Foto: DLP/Heraeus Bildungsstiftung)

    Ganz anders geartet war ein Projekt, das Alexandra Baum und Philipp Rohleder von der Gerhart-Hauptmann-Schule Griesheim den 2. Preis einbrachte: „Podcast im Deutschunterricht“ fördert einen neuen Umgang mit Literatur durch Gespräche. Die Schriftstellerin Jenny Erpenbeck stand im Mittelpunkt dieses kommunikativen Konzepts, das eine persönliche Begegnung von Schülerinnen und Schülern mit Literatur ermöglichte.

    Kultusministerin Anna Stolz und Susanne Lin-Klitzing vergeben den 1. Preis an Heidi Rupieper und Jana Rotthoff für das Projekt „Schillerwerk eSG – zusammen einzigartig“, Schillerschule Oberhausen (Foto: DLP/Heraeus Bildungsstiftung)

    Der 1. Preis in dieser Kategorie ging in diesem Jahr an das Projekt „Schillerwerk eSG“ der Schillerschule Oberhausen und die Lehrerinnen Jana Rotthoff und Heidi Rupieper. Hier wurde eine Schülerfirma gegründet, und hier wurde lebensnahe gesellschaftliche Teilhabe erzeugt. Die Gewinne der Firma wurden unmittelbar reinvestiert. Insgesamt stellte dieses Projekt einen Beitrag zum praktikablen Übergang von der Schule ins Berufsleben sicher.

    Zwei Sonderpreise wurden außerdem vergeben:

    Der Cornelsen Verlag stiftete den Sonderpreis „Umwelt und Nachhaltigkeit“ und vergab ihn an Dr. Martina Kapitza vom Gymnasium Kronwerk in Rendsburg. Gemeinsam mit Jürgen Fischbach vom Naturpark Westensee in Schleswig-Holstein und Lehramtsstudentin Lena Muley (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Muthesius Kunsthochschule Kiel) gründete deren Team einen Walderlebnispfad.

    Der Sonderpreis „Kulturelle Bildung“ ging an das Team um Dieter Maucher und Marcus Pfab von der Dollinger-Realschule Biberach in Baden-Württemberg. Ihr Projekt „Für die Freiheit!“ erinnerte in Gestalt eines Jubiläumstheaters an die Bauernkriege vor 500 Jahren. Kunst und Kultur waren hier auf mehreren Zeitebenen erlebbar.

    Die Veranstalter des Deutschen Lehrkräftepreises freuen sich, die Bundesbildungsministerin Karin Prien als Schirmherrin für den nächsten DLP gewonnen zu haben.

    Als neue Kategorie wird dann die „Starke Grundschule“ in die Preisverleihung einbezogen werden. Ohne Zweifel kommt erfolgreiche und nachhaltige Grundschulpädagogik den Bildungsgängen der weiterführenden Schularten zugute.

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