Sächsische Philologen zeichnen Ausbilderinnen und Ausbilder aus

    Lehrkräfteausbildung mit Herz und Haltung

    von Walter Tetzloff

    Einfühlsam begann es. Der Schüler Moritz Polpitz setzte sich an den Flügel und spielte Robert Schumanns 4. Intermezzo. Das war die richtige Einstimmung für eine Veranstaltung, zu der man den Sächsischen Philologenverband und seine Vorstandsmitglieder Thomas Langer und Jessica Kanitz nur beglückwünschen kann. Ihre Idee: Es müssen endlich einmal die Ausbilderinnen und Ausbilder in der Lehrerbildung angemessen gewürdigt werden.

    Und genau dies geschah an diesem schönen Frühlingstag in Dresden. Nachdem Schulleiterin Nadine Hofmann ihre Schule, das Gymnasium Dresden-Klotzsche, vorgestellt und auf deren lange Tradition in der Lehrerbildung hingewiesen hatte, ging es Jessica Kanitz um den Anlass für diese gut besuchte und hochkarätig besetzte Veranstaltung. In Ergänzung zur erfolgreichen und etablierten Vergabe des Deutschen Lehrkräftepreises sollten diejenigen prämiert und der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden, die zu einem großen Teil für die Qualität des Unterrichts und die pädagogische Arbeit verantwortlich sind. Erfreulich sei, dass auch sächsische Unternehmen als Kooperationspartner für die Preisverleihung mit ins Boot geholt werden konnten.

    Der sächische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) mit allen Preisträgern. (Foto: Scholz)

    Die Veranstalter durften sich über den Besuch und das Grußwort von Ministerpräsident Michael Kretschmer freuen. Ihm war der Anlass wichtig genug, das seinem Sohn gegebene Versprechen zu brechen, dessen Schule nicht zu betreten. Dem Sohnemann war kürzlich das Mobiltelefon im Unterricht konfisziert worden, aber über die Rückgabe wollte der Nachwuchs doch bitte nicht den Vater bemühen, nein, das könne er selbst regeln … Übernahme von Eigenverantwortung nennt man das wohl. Jedenfalls hatte der Regierungschef mit diesem Einstieg die Lacher, aber auch die Aufmerksamkeit auf seiner Seite. Es verstand sich von selbst, dass der Ministerpräsident die Spitzenposition, die sein Land im Bildungsranking einnimmt, gebührend herausstellte. Dies und die Wertschätzung für den neuen Ausbilderpreis (ein „Supergedanke“) waren dem Chef der Staatsregierung wichtig, und sie taten den Anwesenden wohl.

    In der Kategorie „Hauptausbildungsleiter“ gab es vier Preise, die allesamt für die Vorbildwirkung der Geehrten vergeben wurden: Frau Antje Scheicher, die Herren Andreas Grajek und Brian Ziecke wurden geehrt, während der erste Preis an Nicole Mittendorf von der Beruflichen Schule LAS Dresden ging (siehe Interview mit der Preisträgerin).

    Für den erkrankten Kultusminister Clemens sprach anschließend dessen Staatssekretär Wilfried Kühner ein Grußwort, bevor die Mentorinnen und Mentoren an den Schulen geehrt wurden. In Abwesenheit erhielten die Kollegin Annett Lindner von der Grundschule Rudolf Henig in Zwönitz und Maren Bartsch vom Robert-Schumann-Gymnasium die verdiente Anerkennung (3. Platz), gefolgt von Juliane Kunz, Mentorin an der Freien Evangelischen Schule Dresden (2. Platz). Der erste Preis in dieser Kategorie ging dann an den leider erkrankten Kollegen Dr. Tobias Kern von der Gastgeberschule, dem Gymnasium Dresden-Klotzsche. Sie alle bewiesen durch ihre Arbeit als Mentorinnen und Mentoren, wie wichtig diese Tätigkeit für die Ausbildungsqualität und die Motivation der jungen Lehrkräfte war und ist.

    Darauf hob auch die DPhV-Bundesvorsitzende in ihrer Rede ab. Susanne Lin-Klitzing äußerte ihre Freude über die erstmalige Vergabe eines so wichtigen Preises im Freistaat Sachsen. Hier werde ein wichtiges Signal gesetzt. In der hier fokussierten Ausbildungsphase gehe es um den Übergang zur reflektierten Praxis. Deshalb müsse man der zweiten Phase mehr Zeit zugestehen, damit die Komplexität der beruflichen Herausforderungen bewältigt werden könne. Die Ausbilderinnen und Ausbilder trügen schließlich „eine stille, aber gewaltige Verantwortung“.

    Den für die Fachausbildung zuständigen Ausbildungsleitern galten die nächsten Preise. Sie gingen an Birgit Habedank von der Grundschule LAS Dresden (4. Platz), Michael Rapp, Förderschule Chemnitz (3. Platz), Sylvie Gök von der Berufsbildenden Schule LAS Dresden (2. Platz) und schließlich an Stephanie Lehrer vom Gymnasium LAS Leipzig.

    v.l.n.r.: Susanne Lin-Klitzing, Jessica Kanitz und Gabriela Kasigkeit (Foto: Langer)

    Schließlich gingen der Dank und die Anerkennung für die Idee der Preisvergabe und die damit verbundene Mühe an den PVS-Vorsitzenden Thomas Langer und die Organisatorin Jessica Kanitz, die am Ende der gelungenen Veranstaltung bessere Rahmenbedingungen für die Mentoren- und Ausbildungsarbeit einforderten.

    Bevor die Moderatorin Mandy Römer die Preisverleihung beendete, war noch einmal Moritz Polpitz zu hören: „We are the champions!“ Welch ein passender Abschluss!

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