bpv zur Verschärfung des Lehrkräftemangels: „Schulen müssen die Folgen ausbaden!“

    Die bayerischen Schulen müssen trotz steigender Schülerzahlen ohne neue Stellen im öffentlichen Dienst im Jahr 2026 auskommen. Um die Unterrichtsversorgung im Schuljahr 2026/27 dennoch sicherzustellen, hat Kultusministerin Anna Stolz ein Maßnahmenpaket präsentiert. Dieses sieht unter anderem den verstärkten Einsatz bestehender Lehrkräfte sowie eine flexible Anpassung des Bedarfs an die örtlichen Gegebenheiten vor. Eins ist dabei unausweichlich: Den Schulen vor Ort kommt zum wiederholten Male eine wesentliche Rolle zu, die Unterrichtsversorgung so gut es geht sicherzustellen.

    In der Veröffentlichung „Gesamtkonzept zur Unterrichtsversorgung 2026/27” des Kultusministeriums werden zwar transparent alle möglichen Maßnahmen dargestellt und nach ihren Vor- und Nachteilen bewertet. An Gymnasien und Beruflichen Oberschulen wird aber wieder auf die „Absenkung von Bedarfen” bei Unterrichtsstunden und die „Nutzung des Bestandspotentials” an Lehrkräften zurückgegriffen werden. Der stellvertretende bpv-Vorsitzende Benedikt Karl meint dazu: „Wir haben an den Gymnasien und FOSBOS einen Zuwachs an Schülerinnen und Schülern. Trotzdem hält die Staatsregierung das Stellenmoratorium im Jahr 2026 aufrecht. Das fühlt sich stark so an, als ob die Schulen die Folgen der Einstellungspolitik der letzten Jahre und der haushälterischen Zwänge ausbaden müssen. Und das auf Kosten der Lernenden und Lehrkräfte. Es ist völlig unverständlich, warum dieses Jahr die Gleichung ,mehr Schüler brauchen mehr Lehrer‘ nicht eingehalten wird.”

    Auch im neuen Schuljahr müssen also die Schulen vor Ort nach Lösungen suchen und flexibel agieren. In dieser Situation kommt der Zusammenarbeit zwischen Schulleitung, Personalrat und Kollegium abermals eine wesentliche Rolle zu: Wer kann vielleicht noch eine zusätzliche Klasse übernehmen, ohne dass Härtefälle entstehen? Wie kann der Stundenplan möglichst so gestaltet werden, dass alle Beteiligten gut lernen und lehren können? Wo können Entlastungen in bürokratischen Abläufen geschaffen werden, damit mehr Zeit für Schülerinnen und Schüler bleibt?

    In Zeiten von viel zu viel „Gegeneinander“ möchte der bpv daher ein Zeichen setzen: Mit dem Miteinander-Preis würdigt der Verband besondere praktische Beispiele für gelingende, kollegiale und konstruktive Zusammenarbeit an Schulen. Ausgezeichnet werden sowohl bereits etablierte Formen guter Kooperation als auch neue, im Schuljahr 2025/26 eingeführte Maßnahmen. Karl ist der Initiator dieses Preises. Er erklärt: „Gerade vor dem Hintergrund der angespannten Personalsituation an Schulen gewinnt ein vertrauensvolles und lösungsorientiertes Miteinander zwischen Schulleitung, Personalvertretung und Kollegium weiter an Bedeutung. Ziel des Preises ist es, solche positiven Beispiele sichtbar zu machen und zu stärken.“

    Die Preisverleihung findet am Freitag, den 20. März, in München statt, die Gewinner werden auf www.bpv.de veröffentlicht.


    Der Bayerische Philologenverband (bpv) ist die Vertretung der Lehrkräfte an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen in Bayern. Mit seiner leidenschaftlichen Arbeit setzt sich der bpv seit seiner Gründung im Jahr 1863 kontinuierlich für gute Arbeits- und Rahmenbedingungen der Lehrkräfte ein und fördert den Bildungsauftrag der Schularten. Der bpv ist die starke Stimme seiner Mitglieder und ein unverzichtbarer Partner in der bayerischen Bildungspolitik.

    Für den Inhalt verantwortlich: Ulrike Schneider, Pressereferentin des bpv (presse@bpv.de; Mobil: 0172 8483399)

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