Am 17. November 2025 hat unsere Dachorganisation dbb beamtenbund und tarifunion gemeinsam mit ver.di ihre Forderungen für die anstehenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder beschlossen. Diese Tarifrunde ist von großer Bedeutung für rund 2,6 Millionen Beschäftigte der Länder – für Tarifbeschäftigte ebenso wie für Beamtinnen und Beamte sowie Versorgungsempfänger und damit auch für uns Lehrkräfte in Sachsen.

Die Vertreter des DPhV in der aktuellen Tarifrunde: (v.l.n.r.) Markus Gretzschel (Philologenverband Sachsen, Tarifverantwortlicher des DPhV); Ursula Kampf (Philologenverband Baden-Württemberg), Susanne Riemer-Ranscht (Philologenverband Sachsen-Anhalt) und Matthias Overbeck (Philologenverband Nordrhein-Westfalen, Vertreter des DPhV in der Verhandlungskommision)
Welche Forderungen sollen konkret verhandelt werden?
Die gemeinsame Forderung beinhaltet eine Erhöhung der Entgelte um insgesamt sieben Prozent, mindestens jedoch 300 Euro im Monat. Diese Struktur wurde bewusst gewählt: Sie bietet insbesondere den unteren Entgeltgruppen einen spürbaren Kaufkraftschutz, während die prozentuale Komponente auch die mittleren und höheren Dienstgruppen angemessen berücksichtigt.
Für Auszubildende, dual Studierende sowie Praktikantinnen und Praktikanten wird eine monatliche Erhöhung um 200 Euro gefordert. Zudem ist die unbefristete Übernahme nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss ein zentraler Bestandteil der Forderungen.
Zeitzuschläge sollen um 20 Prozentpunkte erhöht werden.
Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von zwölf Monaten haben.
Darüber hinaus fordern die Arbeitnehmervertreter, innerhalb des Entgeltvolumens zusätzliche Verbesserungen der Arbeitsbedingungen umzusetzen.
Der dbb beamtenbund und tarifunion fordert außerdem die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Tarifabschlusses auf die rund 1,23 Millionen Landesbeamtinnen und -beamte sowie auf etwa 700.000 Versorgungsempfängerinnen und -empfänger.
Anvisierter Zeitplan
Die erste Verhandlungsrunde findet am 3. Dezember 2025 in Berlin statt. Eine zweite Runde folgt am 15. und 16. Januar 2026. Der Tarifabschluss soll in der dritten Verhandlungsrunde vom 11. bis 13. Februar 2026 in Potsdam erzielt werden.
Auf Arbeitgeberseite verhandelt die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) unter der Leitung des Hamburger Finanzsenators Dr. Andreas Dressel. Die Arbeitnehmerseite wird durch Andreas Hemsing, Fachvorstand Tarifpolitik im dbb, sowie den ver.di-Vorsitzenden Frank Werneke vertreten.

Vertreter des DPhV bei der Forderungsfindung der aktuellen Tarifrunde
Begleitet werden die Verhandlungen von Demonstrationen, Mahnwachen, Kundgebungen und voraussichtlich auch Warnstreiks, um zu verdeutlichen, dass die Beschäftigten diese Forderungen mit Nachdruck unterstützen.
Warum ist das wichtig für uns?
Aktuell in den Bundesländern bedeutsame Forderungen – beispielsweise bessere technische Ausstattungen, Entlastungen oder Maßnahmen gegen den Lehrkräftemangel – werden in dieser Tarifrunde nicht verhandelt, da sich Tarifverhandlungen sich auf bundesweite Einkommensverbesserungen konzentrieren und nicht auf aktuelle landesspezifische Themen.
Aber genau jetzt können wir mehr erreichen!
Ein geschlossenes und sichtbares Auftreten der Philologen als Teil der dbb-Familie erhöht den Druck auf die Verhandlungspartner. Das führt zu besseren Ergebnissen – auch für uns. Gleichzeitig sendet es ein klares Signal: Die Gymnasiallehrkräfte sind organisiert, handlungsfähig und werden als starke Kraft wahrgenommen.
Unterstützen Sie die Tarifverhandlungen aktiv!
Dies ist eine Investition in unsere gemeinsame Stärke – kurzfristig für bessere bundesweite Ergebnisse und langfristig für den Erfolg unserer gymnasialen Forderungen.
