Bundesvorsitzende Susanne Lin-Klitzing mit Rekordergebnis wiedergewählt

Die Delegierten und ihr klares Bekenntnis zum Berufsbeamtentum; Foto: Amin Akhtar
Diskussionsfreude bei gleichzeitiger großer Geschlossenheit in den bildungspolitischen und gewerkschaftlichen Positionen! So präsentierte sich der Deutsche Philologenverband anlässlich seines 42. Deutschen Philologentages in Berlin. Ein Grund für das Selbstbewusstsein, das die Delegierten und den Bundesvorstand gleichermaßen kennzeichnete, war die Veröffentlichung der jüngsten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa. Dieses hatte empirisch ermittelt, dass 92 % der in Deutschland Befragten gegen die Abschaffung der Gymnasien seien. Für 85 % ist und bleibt es die Aufgabe der Schulart Gymnasien, auf ein wissenschaftliches Studium vorzubereiten. Für 68 % gar soll das Abitur die entscheidende Voraussetzung für den Beginn eines Hochschulstudiums sein.
Trotz geringfügiger Unterschiede in den befragten Jahrgangsgruppen kann das forsa-Ergebnis als eine deutliche und nicht zu ignorierende Bestätigung der bildungspolitischen Linie des Deutschen Philologenverbands gesehen werden.

dbb-Seniorenvorsitzender Dr. Horst Günther Klitzing mit der DPhV-Seniorenvertreterin Edith Krippner-Grimme und zwei Vertretern der Landesverbände; Foto: Amin Akhtar
Das gilt auch für weitere Teilergebnisse der forsa-Umfrage. 71 % der Befragten sprachen sich für ein mehrgliedriges Schulsystem in der Bundesrepublik aus. Bei einem so klaren Bekenntnis zu einem gegliederten Schulsystem ist es denn auch nahezu logisch, dass auch knapp 60 % gegen eine vereinheitlichte Lehrerbildung votierten.
Besonders brisant, aber eine besonders eindrucksvolle Bestätigung der jüngsten DPhV-Initiativen war die Überzeugung einer überwältigenden Mehrheit der Befragten, dass nicht allein der Elternwille für die Aufnahme eines Kindes am Gymnasium entscheidend sein dürfe, sondern leistungsorientierte Kriterien hier eine Rolle spielen müssten.

Der neugewählte Geschäftsführende Vorstand; Foto: Amin Akhtar
Dermaßen eingestimmt durch die Bundesvorsitzende Frau Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, die sich beglückt zeigte über ein solches Maß an Zustimmung zu den maßgeblichen Positionen der Philologen, plädierte der Bundesvorstand in seiner Sitzung vor der Vertreterversammlung in Berlin dafür, in Aktionen und Schreiben an die Regierungschefs der 16 Länder die forsa-Umfrage als eine Grundlage für zukünftige bildungspolitische Entscheidungen zu sehen.
Der Deutsche Philologentag bestimmte dann als öffentliche Veranstaltung den weiteren Verlauf der zweieinhalbtägigen Veranstaltung im Titanic-Hotel in Berlin. Die Bundesvorsitzende, die sich am nächsten Tag für eine dritte Amtsperiode zur Verfügung stellte, hielt zu Beginn die folgende Rede, die sowohl die Leistungen der vergangenen Wahlperiode herausstellte als auch einen programmatischen Ansatz enthielt, der die Herausforderungen der kommenden vier Jahre beschrieb.
von Walter Tetzloff

Frauenpower im DPhV; Foto: Amin Akhtar