eine Buchrezension von Rolf Knieling
Als der aktuelle Auslandsschulreferent des DPhV vor über 35 Jahren als noch abiturunerfahrener Studienrat sein erstes Protokoll einer Hochschulreifeprüfung an der Deutschen Evangelischen Oberschule Kairo unter dem Vorsitz des damaligen Prüfungsbeauftragten der KMK verfasste, konnte man noch von Tel Aviv über Jerusalem und den Gaza Streifen nach Kairo und zurück mit dem Bus fahren. Man konnte zu Ostern mal schnell von Kairo nach Damaskus fliegen, dort im Bazaar Teppiche und wunderschöne Seidenstoffe (Damast!) erstehen und in den Herbstferien in der Oase El Arisch am Mittelmeer unmittelbar westlich des Gaza-Streifens schwimmen gehen.
Jassir Arafat, Jitzchak Rabin und Shimon Peres erhielten 1994 gemeinsam den Friedensnobelpreis für ihre Bemühungen um den israelisch-palästinensischen Friedensprozess und ihre Arbeit zur Schaffung autonomer palästinensischer Gebiete ausgezeichnet. Die Auszeichnung war umstritten, da einige Arafat als unwürdigen Preisträger ansahen. Jitzchak Rabin wurde später von einem jüdischen Extremisten ermordet.

Quelle: HOFFMANN UND CAMPE VERLAG
Constantin Schreiber verbrachte Ende der 90er Jahre als Jugendlicher einige Zeit in Damaskus, wo er Arabisch lernte, später war er auch in Ägypten und anderswo im Mittleren Osten präsent. Diese Zeit hat ihn, wie auch mich ein paar Jahre zuvor, geprägt. Er spricht hervorragend Arabisch und hat unter anderem die arabischsprachige Wissenschaftssendung für den ägyptischen Sender ONTV moderiert. 2016 wurde er für die Moderation der deutsch-arabischen Sendung „Marhaba – Ankommen in Deutschland“ mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Schreiber erklärte auf Arabisch mit deutschen Untertiteln das Leben in Deutschland und informierte beispielsweise über das Grundgesetz, Religionsfreiheit und die Rolle der Frau ebenso wie über deutsche Essgewohnheiten, Freizeitangebote und Weihnachtslieder.
Er hat zudem den muslimischen Fundamentalismus auch hierzulande kritisch beobachtet und darüber u.a. 2017 und 2019 publiziert. 2024 und 2025 hat er zwei spannende Kriminalromane bei Hoffmann und Campe veröffentlicht, die im heutigen Ägypten spielen und profunde recherchiert sind.
Seit Mai 2025 vermissen wir Constantin Schreiber als Nachrichtensprecher der ARD. Jetzt treffen wir ihn erneut in einem Bildband über Ägypten. 7000 Jahre Zivilisation werden dort einfühlsam mit den wunderschönen Fotos von Harald Keller einer deutschsprachigen Leserschaft näher gebracht. Die Vielfalt der ägyptischen Vergangenheit und Gegenwart mit ihren Kontrasten und Herausforderungen wird beeindruckend in kurzen stimmigen Texten mit dem dieser Kultur gebührenden Pathos dargestellt. Ich habe Nilwasser schon 1989 getrunken. Seither kehre ich immer wieder nach Ägypten zurück und habe dieses herausfordernde Land und seine Menschen lieben gelernt. Constantin Schreiber ergänzt das ägyptische Sprichwort korrekt mit der Aussage, dass man auch ohne das Nilwasser getrunken zu haben wiederkehrt.
Ägypten hat sich seit 1989 sehr verändert. Die Bevölkerungszahl hat sich fast verdoppelt. Die Wüste wird mehr und mehr erobert. Die derzeitige autokratische Regierung des Landes kann nicht mit unseren Maßstäben gemessen werden. Ägypten ist jedoch unter den gegebenen Umständen in dieser politisch so fragilen Gegend der Welt ein bedeutender Faktor der Stabilität und geht mit diplomatischem Geschick vor, um seine Unabhängigkeit zu wahren.
Ich habe mich über dieses großartig gestaltete Buch über dieses einzigartige Land sehr gefreut und möchte es den Philologinnen und Philologen – nicht nur als Weihnachtsgeschenk – empfehlen.
Verlosung
Das Buch von Constantin Schreiber „Ägypten: Meine Pilgerreise durch das Land der Gegensätze« ist 2025 in Hamburg im Hoffmann und Campe Verlag erschienen. PROFIL verlost drei Exemplare. Zum Gewinnformular gelangen Sie über den QR-Code oder unter www.dphv.de/verlosung.
Bitte tragen Sie Ihre Daten und das Stichwort »Ägypten« ein! Teilnahmeschluss ist der 15. Januar 2026. Viel Glück!
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