Zur Ankündigung von Ministerpräsident Alexander Schweitzer, die Kosten für Schulbücher demnächst für alle Schülerinnen und Schüler zu übernehmen
Mainz, 26. November 2025. Der Philologenverband Rheinland-Pfalz kritisiert die Pläne der Landesregierung, künftig allen Schülerinnen und Schülern kostenlose Schulbücher zur Verfügung zu stellen. Der Philologenverband stuft die Maßnahme als fragwürdiges Wahlgeschenk ohne nachhaltigen Bildungseffekt ein.
„Um das Bürokratiemonster Schulbuchausleihe ist es nicht schade“, so Schwartz, „aber ansonsten ist es tatsächlich erschütternd, was hier passiert. Kostenlose Schulbücher für alle – soll das soziale Gerechtigkeit sein? Wird davon Bildung besser?“
Zudem sieht Schwartz in dem Vorschlag ein falsches Signal: „Die Rückkehr zum Gutscheinsystem und die Abschaffung der Schulbuchausleihe hätten völlig ausgereicht. Dann gäbe es wieder Schulbuchbasare, auf denen man Nachhaltigkeit praktizieren und Bücher weiterverkaufen bzw. günstiger erwerben könnte, und Kinder würden lernen, mit Büchern sorgsam umzugehen, um dann auch einen entsprechenden Preis zu erzielen. So leistet man leider nur einer Wegwerfkultur Vorschub.“
Nach Ansicht des Verbandes wird dieser Schritt die Eltern zudem nicht wirklich entlasten – es handelt sich vielmehr um ein kostspieliges Konjunkturprogramm für Schulbuchverlage. „Immer mehr Lehrkräfte sind mit den Aufgaben in den Büchern unzufrieden; viele notwendige Aufgaben werden in zusätzliche Arbeitshefte ausgelagert. Wer sich jetzt über das Wahlgeschenk freut, wird bald ernüchtert feststellen, dass Schulbücher zwar kostenlos sind, aber Arbeitshefte von den Schulen immer stärker eingesetzt werden und eben weiterhin von den Eltern bezahlt werden müssen – außer bei nachgewiesener Bedürftigkeit“, so Schwartz weiter. „Das Geld der Steuerzahler, das nur einmal ausgegeben werden kann, ist also weg, und die Eltern haben trotzdem nichts davon“, warnt Schwartz.
Der Philologenverband fordert die Landesregierung auf, Bildungsinvestitionen dort zu tätigen, wo sie Schülern und Schulen wirklich zugutekommen. „Es gäbe dringendere Aufgaben als die Finanzierung kostenloser Bücher – etwa Sanierungen und mehr Personal. Mit der Übernahme der Schulbuchkosten wird dieses Geld schlicht verbrannt“, so Schwartz abschließend.
Cornelia Schwartz, Landesvorsitzende
Jochen Ring, Pressereferent