PhV Rheinland-Pfalz: Keine Benachteiligung mehr von Gymnasiallehrkräften, sondern A 14 als Einstiegsamt: Warum Gleichmacherei eben nicht gerecht ist

    Mainz, 08.09.2025. Angesichts der jüngsten Vorstöße von Bildungsminister Sven Teuber warnt der Philologenverband Rheinland-Pfalz vor weiteren Schnellschüssen. Im Mittelpunkt der Diskussion steht die Frage nach einer einheitlichen Besoldung aller Lehrkräfte – unabhängig davon, ob sie an Grund- oder weiterführenden Schulen unterrichten. Bei der Bewertung von Dienstposten kommt es allerdings nicht darauf an, ob man sie gleich benennt (beispielsweise verdienen auch nicht alle Ärzte am Krankenhaus gleich), sondern u. a. darauf, was man tut und wie man dafür ausgebildet ist.

    Der Philologenverband weist darauf hin, dass Gymnasiallehrkräfte ein Jahr länger studieren müssen und somit ein Jahr später in den Beruf einsteigen. Während andere Lehrkräfte an anderen Schularten in dieser Zeit bereits Gehalt beziehen, verzichten Gymnasiallehrkräfte auf Einkommen. Dieser Nachteil beläuft sich mittlerweile auf knapp 54.000 Euro im ersten Jahr, die zunächst wieder aufgeholt werden müssen – ganz abgesehen davon, dass sich ein längeres Studium auch negativ auf die spätere Pension auswirkt (monatlich 110 Euro oder mehr, wenn man ein Jahr länger studiert); schließlich geht es bei der Pension um erbrachte Dienstzeiten, eine Tatsache, die vielen nicht klar ist.

    Längere Ausbildungszeiten für Gymnasiallehrkräfte sind zwingend erforderlich, weil in den neun Schuljahren gymnasialer Bildung, die Schülerinnen und Schüler durchlaufen, ein enormer Entwicklungsgang von den Lehrkräften begleitet wird: vom Grundschulkind über die Pubertät hin zur allgemeinen Hochschulreife, also der Weg vom Kind zum jungen Erwachsenen. Auf diesem Weg erfüllt die gymnasiale Bildung sehr wesentliche hoheitliche Aufgaben, indem sie alle in Rheinland-Pfalz möglichen Schulabschlüsse vergibt. Gleichzeitig scheint ein SPD-geführtes Bildungsministerium schon vor Jahren durch die Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung Grundschullehrkräften die Prognosefähigkeit abgesprochen zu haben. In Bezug auf das Unterrichten liegen bezüglich des inhaltlichen Anspruches Welten zwischen einer Klasse der Primarstufe und einem Leistungskurs der Oberstufe, der zum Abitur geführt wird.

    Aus diesen Gründen fordert der Philologenverband bereits seit Jahrzehnten A 14 als Einstiegsamt für Gymnasiallehrkräfte sowie entsprechende Beförderungsmöglichkeiten. Damit soll zumindest ansatzweise eine Entwicklung nachvollzogen werden, die es an den Grundschulen über die vergangenen Jahrzehnte bereits gegeben hat: von A 10 über A 11 zu A 12.

     

    Cornelia Schwartz (Landesvorsitzende)

    Jochen Ring (Pressereferent)

    Wolfgang Arneth (Referent für Beamtenrecht)

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