PhV Rheinland-Pfalz zur Sommerferiendebatte: Die Grenzen des rotierenden Systems

    Mainz, 12. August 2025 – Das in Deutschland praktizierte rotierende System der Sommerferien hat seine Wurzeln vor allem in außerschulischen Interessen: Wurden früher oft die Belange der Landwirtschaft in den Vordergrund gestellt, sollen heutzutage unter anderem verstopfte Autobahnen in der Reisezeit vermieden und touristische Kapazitäten gleichmäßiger ausgelastet werden.

    Der rheinland-pfälzische Bildungsminister hat sich nun zu Wort gemeldet und fordert „keine Extrawürste“ mehr für Bayern – die SZ titelte Ende Juli „Teuber: Regelung zu Sommerferien auch Gerechtigkeitsfrage“. Was in dieser Debatte allerdings außer Acht gerät, ist die Tatsache, dass die mehrjährigen Phasen, in denen die Sommerferien „nach vorne“ oder „nach hinten“ verschoben werden, schulorganisatorisch auch Probleme mit sich bringen – Probleme, die Bayern und Baden-Württemberg bisher vermeiden.

    „Eine Herausforderung sind die über mehrere Jahre hinweg kürzer werdenden Schuljahre vor allem in Fächern wie den Fremdsprachen“, erklärt Cornelia Schwartz, Landesvorsitzende des Philologenverbandes Rheinland-Pfalz. „Die ausgeliehenen Schulbücher müssen jeweils zum Schuljahresende abgegeben werden; man muss also auch in kurzen Schuljahren das Pensum geschafft haben. Schüler und Lehrer geraten durch diese strukturellen Verkürzungen zusätzlich unter Druck. Eine ausgewogenere Lösung, die sowohl außer- als auch innerschulische Belange im Blick hat, wäre wünschenswert.“

    Cornelia Schwartz (Landesvorsitzende)

    Jochen Ring (Pressereferent)

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