Entgegen allen Befürchtungen scheint es der gymnasialen Schulfamilie – von den Eltern über die Schulen bis zur Ministerin – in einer gemeinsamen Kraftanstrengung gelungen zu sein, die Unterrichtsversorgung am Gymnasium sicherzustellen. An einem durchschnittlichen Gymnasium gab es aufgrund des Lehrkräftemangels die Herausforderung, den Bedarf von drei bis vier Vollzeit-Lehrkräften aufzufangen. Einen wesentlichen Beitrag leisteten die Lehrkräfte und Schulleitungen vor Ort sowie die fortlaufende Qualifizierung von Quereinsteigern.
Auf Grundlage unserer Rückmeldungen von Schulen teilen wir die zuversichtliche Einschätzung des Kultusministeriums, dass mithilfe eines Bündels von Maßnahmen eine tragfähige Lösung für das kommende Schuljahr gefunden werden konnte. Ein wichtiger Baustein zur Sicherstellung der Unterrichtsversorgung am Gymnasium im nächsten Schuljahr war der Aufruf an Schulleitungen, Personalräte und Kollegien, solidarische Lösungen vor Ort zu finden.
bpv-Vorsitzender Michael Schwägerl betont, dass in dieser Hinsicht einiges erreicht worden ist: „Unser Ansatz lag und liegt auf Freiwilligkeit. Teilzeit-Lehrkräfte waren dazu aufgerufen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten mehr Stunden zu unterrichten. Gleichzeitig müssen Vollzeit- wie Teilzeit-Lehrkräfte von Zusatzaufgaben entlastet werden. Dank des Zusammenwirkens aller Beteiligten konnte vieles aufgefangen werden. Die gymnasiale Schulfamilie – von den Eltern über die Schulen bis hin zur Ministerin – hat damit bewiesen, dass man durch gemeinsames „Ziehen an einem Strang“ auch große Herausforderungen bewältigen kann. Dafür möchten wir allen unseren ausdrücklichen Dank aussprechen!“
Ebenso tragen Quereinsteiger wesentlich zur Unterrichtsversorgung am Gymnasium im neuen Schuljahr bei. Quereinstieg im gymnasialen Lehramt bedeutet, dass diese Bewerber einen entsprechenden Hochschulabschluss mitbringen und aufgrund einer Sondermaßnahme für das reguläre Referendariat zugelassen werden. Schwägerl ist überzeugt von diesem „bayerischen Weg“: „Wir tun gut daran, Quereinsteiger mit geeigneter fachlicher Qualifikation durch ein Referendariat auch im Bereich der Erziehungswissenschaften konsequent zu qualifizieren. Es ist wichtig, den Beitrag dieser Gruppe zur Verringerung des Lehrkräftemangels anzuerkennen.“
An den allermeisten Gymnasien dürfte zu Beginn der Sommerferien noch viel geplant und gerechnet werden, denn erst nach Abschluss des Einstellungsverfahrens durch das Kultusministerium im August steht die endgültige Personalversorgung vor Ort fest.
Schwägerl resümiert: „Das abgelaufene Schuljahr startete mit großen Sorgen und Ängsten, welche Folgen die Personallücke mit sich bringen würde. Wir wissen, dass wir im kommenden und auch in den folgenden Schuljahren personaltechnisch auf Kante genäht sein werden. Deshalb wird der bpv die Entlastung von Lehrkräften durch De-Implementierung mit einer Überprüfung von On-Top-Aufgaben konsequent weiterverfolgen. Insgesamt sind wir aber sehr froh, dass das gemeinsam geschnürte Bündel an Maßnahmen Wirkung zeigt.”
Der Bayerische Philologenverband (bpv) ist die Vertretung der Lehrkräfte an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen in Bayern. Mit seiner leidenschaftlichen Arbeit setzt sich der bpv seit seiner Gründung im Jahr 1863 kontinuierlich für gute Arbeits- und Rahmenbedingungen der Lehrkräfte ein und fördert den Bildungsauftrag der Schularten. Der bpv ist die starke Stimme seiner Mitglieder und ein unverzichtbarer Partner in der bayerischen Bildungspolitik.
Für den Inhalt verantwortlich: Ulrike Schneider, Pressereferentin des bpv (presse@bpv.de; Mobil: 0172 8483399)