PhV BW zum SWR-Bericht „Lehrer-Nachwuchs am Gymnasium: Ministerin wirbt für Wechsel an andere Schulen in BW“

    SWR-Bericht vom 08.07.2025 s. https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/junge-lehrer-kein-job-gymnasium-100.html

    • „Junge Lehrkräfte an Gymnasien: In die Arbeitslosigkeit entlassen – Kultusministerium verschiebt Probleme auf Rücken der Referendarinnen und Referendare“
    • Trügerische Rückkehrgarantie – eine Mogelpackung?!

    Junge Gymnasiallehrkräfte sehen sich einer ungewissen Zukunft gegenüber: Trotz bestandenem Referendariat fehlt den meisten eine Anschlussstelle an Gymnasien, kritisiert der Philologenverband Baden Württemberg (PhV BW) scharf. Die jüngste SWR Meldung entlarvt ein alarmierendes Versagen der Landesregierung bei der mittelfristig bedarfsgerechten Personalplanung.

    Besonders irritierend ist die vom Kultusministerium kommunizierte „Rückkehrgarantie“. Was auf den ersten Blick scheinbar Hoffnung weckt, ist bei näherem Hinsehen eine irreführende Beruhigungspille: Garantiert wird lediglich eine Rückkehr ins „gymnasiale Lehramt“, das bedeutet aber nicht explizit an ein allgemeinbildendes Gymnasium.

    Tatsächlich werden die Betroffenen zunächst auf Stellen an Gemeinschaftsschulen oder beruflichen Schulen verwiesen – das sind Schulen mit völlig anderen pädagogischen Konzepten.
    In der Vergangenheit hat man bereits andere Schularten mit gymnasialen Lehrkräften versorgt, die bis heute auf eine Rückkehr warten – vergebens. Erhalten diese dann bis 2032 eine Chance auf den Wechsel an ein allgemeinbildendes Gymnasium?

    „Die sogenannte Rückkehrgarantie ist in Wahrheit eine Verschiebegarantie – das Kultusministerium verlagert das Problem um drei Jahre in die Zukunft, statt es heute zu lösen“, betont die PhV Landesvorsitzende Martina Scherer. „Wenn dann in drei Jahren Rückkehrer auf die wenigen Stellen drängen, geraten auch künftige Absolventen unter Druck. Das ist keine nachhaltige Strategie – sondern schlicht ein absehbarer Verdrängungswettbewerb auf dem Rücken der Referendarinnen und Referendare!“

    Der PhV BW fordert:
    1. Eine echte, vertraglich gesicherte Rückkehrgarantie an das allgemeinbildende Gymnasium.
    2. Festschreibung eines festen Einstellungskorridors, basierend auf durchgängiger Bedarfsanalyse und den Absolventenzahlen.
    3. Anschlussbeschäftigung zum Schuljahresbeginn am 1. August – nicht erst zum ersten Schultag.
    4. Verlängerung des Referendariats auf 24 Monate, um die Unterrichtsqualität zu sichern – entsprechend der Forderung der Jungen Philologen (JuPhi).

    Die Forderungen des Verbands basieren auf Analysen und Positionspapieren, die auf der Homepage des PhV BW einsehbar sind. Dass es an Lösungsvorschlägen nicht mangelt, sondern an politischem Willen, zeigt sich deutlich.

    „Das Land investiert in eine hochwertige Ausbildung – und lässt die Absolventinnen und Absolventen danach im Regen stehen. Diese Personalpolitik gefährdet auf Dauer das gymnasiale Bildungsniveau“, so Martina Scherer abschließend.

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