von Markus Gretzschel

Moderner MINT-Unterricht am Gymnasium Unterföhring
Unterföhring als Ort der Veranstaltung war aus zwei Gründen perfekt gewählt. Erstens ist das 2020 eröffnete Gymnasium eines der wenigen Gymnasien in Deutschland, das über eine eigene Sternwarte auf dem Dach des Schulgebäudes verfügt. Der zweite Grund hängt sehr eng mit genau dieser Sternwarte zusammen, denn an dieser hat der Ehrenvorsitzende des DPhV, Heinz Durner, einen wesentlichen Anteil. Heinz Durner ist ein unermüdlicher Kämpfer u.a. für einen modernen Physikunterricht und moderne Schulgebäude. Beides wird im modernen Gymnasium Unterföhring im Landkreis München umgesetzt. Ein Beispiel dafür ist die Nutzung der Sternwarte durch die Arbeitsgemeinschaft »Astronomie« und die spätere Möglichkeit der Belegung eines Astronomie-Kurses in der gymnasialen Oberstufe. Heinz Durner stellte die besondere Bedeutung der Astronomie für eine moderne Bildung zum Beispiel in PROFIL 5/2020 dar.
In seinem Grußwort stellte Martin Wunsch, Amtschef des bayerischen Kultusministeriums, die besondere Bedeutung des DPhV-Ehrenvorsitzenden für gymnasiale Bildung in Bayern heraus. Er dankte auch dem Bayerischen und dem Deutschen Philologenverband für deren unermüdlichen, konstruktiven und erfolgreichen Einsatz für ein starkes und modernes Gymnasium.

Zweifelsfrei Höhepunkt des Tages war der Vortrag von Dr. Thomas Reiter. Er hält den Rekord für die längste Gesamtaufenthaltsdauer eines Europäers im All. Insgesamt verbrachte er 350 Tage, 55 Stunden und 40 Minuten im Weltraum und weilte einerseits 1995/96 auf der damaligen russischen Raumstation MIR sowie 2006 auf der internationalen Raumstation ISS. Auf der MIR führte er als erster Deutscher einen Ausstieg in den Weltraum durch. In seinem anschaulichen und äußerst interessanten Vortrag brachte er die Faszination des Weltraums und der bemannten Raumfahrt jedem Zuhörer nahe. Vom achtminütigen Start in der Sojus-Kapsel bzw. der Raumfähre Discovery, über die Lebens- und Arbeitsbedingungen in einer Raumstation, die Bedeutung der in der Schwerelosigkeit durchgeführten Experimente als auch die Visionen von zukünftigen Missionen zu Mond und Mars veranschaulichte er die vielen Facetten des Lebens eines Raumfahrers mit vielen eigenen Fotos und Videos. Hier stellte er überzeugend dar, wie wichtig die Experimente in der Schwerelosigkeit für das Verständnis von biologischen und technischen Prozessen ist und dass verschiedene Entwicklungen nur dadurch möglich sind. Die Forschungen über das Verhalten von Flüssigkeiten und Gasen haben beispielsweise Verbrennungsprozesse optimiert.
»Wie geht man im All auf die Toilette?« – Frage eines 10-jährigen Mädchens

Dr. Thomas Reiter hat die Faszination Weltraum mit allen Anwesenden geteilt und für die anwesenden Lehrerinnen und Lehrer des gastgebenden Gymnasiums sowie vom Bayerischen Philologenverband und dem Bundesvorstand des DPhV die Bedeutung eines modernen MINT-Unterrichts gestärkt. Für den anwesenden Heinz Durner ist sicher deutlich geworden, dass seine »MINT-Samen« beim gastgebenden Gymnasium und den Philologen auf fruchtbaren Boden gefallen sind.