PhV BW zur mangelnden Unterstützung der Schulen beim Lernmanagementsystem „Moodle“

    „Das Land muss die Schulen endlich beim Umzug und Betrieb des Lernmanagementsystems Moodle wirksam unterstützen!“

    „Tausende Schulen mussten ihr Lernmanagementsystem Moodle seit Dezember 2023 während des laufenden Schulbetriebs vom Landeshochschulnetz „BelWue“ zur neuen Plattform „Schule@BW“ umziehen. Der angebotene „automatisierte“ Migrationsprozess war so fehlerhaft, ja über weite Strecken dysfunktional, dass massive händische Zusatzarbeit an den Schulen ausgelöst wurde. Dieser Mehraufwand muss jetzt dringend durch Anrechnungsstunden für die Betroffenen ausgeglichen bzw. vergütet werden“, fordert der Vorsitzende des Philologenverbands Baden-Württemberg (PhV BW), Ralf Scholl. Außerdem fehlen den neuen Moodle-Instanzen bei Schule@BW wichtige Funktionalitäten, z. B. die einfache Integration der Schülerinnen und Schüler kooperierender Schulen sowie der Sekretariate in die Lernplattform. Für wichtig hält der PhV darüber hinaus die Bereitstellung von schulischen Emailkonten für Schüler und Eltern, damit die Schulen sicher per Mail mit ihnen kommunizieren können. „Hier muss endlich nachgebessert werden, um die Digitalisierung an den Schulen auf ein stabiles und datenschutzkonformes Fundament zu stellen!“ erklärt Ralf Scholl.

    Die betroffenen Schulen brauchen vor allem Unterstützung durch:

    • professionellen Support mit klaren Anleitungen für die vielen drängenden Migrationsprobleme, vor allem zum anstehenden Schuljahreswechsel und zur Einschreibung der oben genannten Nutzergruppen (KOOP-Schüler und Sekretariate),
    • eine bessere Kommunikation des SCS (Service Center Schulverwaltung) mit den für Moodle zuständigen „OrgAdmins“ an den Schulen,
    • ein Ticket-System des SCS, das es erlaubt, Problemanzeigen systematisch und rasch abzuarbeiten,
    • eine Statusseite im Internet, auf der bekannte Störungen und Probleme sowie Lösungen zu finden sind,
    • pro Moodle-Schule einmalig vier zusätzliche Anrechnungsstunden zum Ausgleich für die angefallene Mehrarbeit und fortlaufend Anrechnungsstunden für die weitere Administration.

    „Uns erreichen zunehmend Berichte von Schulen, die aufgrund der genannten Probleme planen, die neu geschaffene, landeseigene Moodle-Lösung zu verlassen und sich anderen Anbietern zuzuwenden, die einen Umzug nicht in Monaten, sondern in 24 Stunden bewältigen und dazu noch eine umfangreichere Funktionalität des Endsystems bieten“, berichtet der PhV-Vorsitzende und fragt: „Ist das nicht ein Armutszeugnis für das Landes-Moodle?“

    Angesichts der Probleme wirft der PhV BW erneut die Frage auf, warum das Land nicht das Landeshochschulnetz BelWue zu einem landesweiten Bildungsnetz ausgebaut hat, wie es das Aktionsbündnis “Unsere digitale Schule” seit 2021 fordert (siehe https://unsere-digitale.schule/). Stattdessen wurden verschiedene Teile der Bildungsplattform an unterschiedliche Betreiber vergeben, das Lernmanagementsystem Moodle z.B. an „T Systems“ und „eLeDia“.

     


    An den Gymnasien des Landes Baden-Württemberg werden knapp 300.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Der Philologenverband Baden-Württemberg e.V. (PhV BW) vertritt mit über 9.000 im Verband organisierten Mitgliedern die Interessen der Lehrerinnen und Lehrer an den öffentlichen und privaten Gymnasien des Landes.

    Im gymnasialen Bereich hat der Philologenverband BW sowohl im Hauptpersonalrat beim Kultusministerium als auch in allen vier Bezirkspersonalräten bei den Regierungspräsidien die Mehrheit und setzt sich dort für die Interessen der ca. 26.500 Lehrkräfte an den Gymnasien des Landes ein.

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