Aktuelles

bpv: Weiterhin dicke Luft in bayerischen Klassenzimmern

In vielen bayerischen Klassenzimmern werden auch nach den Sommerferien keine Luftfilter zum Einsatz kommen., sodass die Luftqualität zu wünschen übrig lässt. Vor ziemlich genau einem Jahr, am 28. August 2020, hatte der Bayerische Philologenverband (bpv), der Lehrkräfte an den Gymnasien und Beruflichen Oberschulen vertritt, zum ersten Mal in einer Pressemitteilung auf Luftfilter als ergänzende Maßnahme des Infektionsschutzes hingewiesen. Doch passiert ist seitdem viel zu wenig: „Vielerorts ein enttäuschender Jahrestag für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler. Es ist für uns völlig unverständlich, dass wir seit Monaten auf diese Technologie als Baustein zur Sicherung des Präsenzunterrichts hinweisen, während sich die verschiedenen politischen Ebenen bei der Beschaffung gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben“, stellt der bpv-Vorsitzende Michael Schwägerl fest.

In Bezug auf Luftqualität an den Schulen besteht großer Handlungsbedarf

An bayerischen Gymnasien und Beruflichen Oberschulen wird in noch lange nicht allen Klassenzimmern die Luft mit Hilfe von Luftfiltern gereinigt. Eine dauerhafte Installation von raumlufttechnischen Anlagen zum Luftaustausch wäre das Optimum, doch sind diese baulichen Maßnahmen kurzfristig nicht flächendeckend umzusetzen, zudem gibt es dafür noch keine umfassende Förderrichtlinie. An vielen Schulen müssen also mobile Luftfilter her.  „Was wir vor den Sommerferien aus den Schulen mitbekommen haben, sind aber oft nicht einmal die Räume mit mobilen Geräten ausgestattet, in denen es gar keine Möglichkeit zum Lüften gibt“, erklärt Schwägerl und ergänzt: „Die Kultusministerkonferenz hat die Schulen in ihrem Beschluss vom 6. August auch in Pandemiezeiten als ‚sichere Orte‘ bezeichnet. Das sehen wir in Bezug auf die Luftqualität noch lange nicht so. Es besteht weiterhin großer und mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen vor allem dringender Handlungsbedarf.“

Unentschlossenheit der Politik ließ wertvolle Zeit verstreichen

Lange war die Politik unentschlossen, was den flächendeckenden Einsatz der Geräte an den Schulen angeht. Wenige Wochen vor den Sommerferien kündigte der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder dann eine Fortsetzung des Investitionsprogramms für Geräte in jedem Klassenzimmer an. Aber die Liste an Fragen von Seiten der Schul-Sachaufwandsträger, die nun im Eilverfahren für die Anschaffung der Geräte zuständig sind, ist lang: Soll man diese kaufen oder leasen? Gelingt es überhaupt, so viele Luftfilter innerhalb so kurzer Zeit zu beschaffen? Stören die Geräusche mancher Modelle während des Betriebs den Unterricht? Schwägerl mahnt eindringlich: „Diese Unsicherheiten bei der Beschaffung helfen uns nicht weiter. Die Infektionszahlen steigen wieder, vor allem unter den zum Großteil noch ungeimpften Kindern und Jugendlichen. Dauerlüften ist an Schulen keine Lösung und führt je nach Witterung auch nicht immer zum gewünschten Luftaustausch. Daher müssen wir jetzt entschlossen handeln und schnellstmöglich das aufholen, was in den letzten Monaten nicht passiert ist. Mobile Luftfilter können einen ergänzenden Beitrag zur Minimierung des Infektionsrisikos an den Schulen leisten. Wenn das unseren Schülerinnen und Schülern ein Stück schulische Normalität ohne Wechsel- und Distanzunterricht bietet, muss dies den Entscheidungsträgern die Investition allemal wert sein. Kein Beteiligter sollte sich in den nächsten Monaten vorwerfen müssen, im neuen Schuljahr nicht alles für die Sicherung des Präsenzbetriebs an den Schulen unternommen zu haben.“

Nach oben