Aktuelles

PhV BW zu Impfungen und Tests

  • Philologenverband mahnt Impfungen auch für ältere Lehrkräfte über 64 Jahren an

  • PhV begrüßt die Anstrengungen von Kommunen, Schnelltestzentren für Lehrkräfte an Schulen einzurichten

  • Forderung nach zwei wöchentlichen Schnelltests für alle Schülerinnen und Schüler im Präsenzunterricht

Über 2.000 Lehrkräfte in Baden-Württemberg sind älter als 64 Jahre. Dies sind einerseits Lehrerinnen und Lehrer im letzten Berufsjahr vor dem Ruhestand, zum anderen Lehrkräfte im Alter bis zu 71 Jahre, die aufgrund des Lehrermangels im Interesse des Landes aus dem Ruhestand reaktiviert wurden. Diesen Lehrkräften wird seit Montag dieser Woche eine Impfung mit dem Astra-Zeneca-Impfstoff verweigert, „weil der nur für Personen bis 64 Jahre zugelassen sei“.

Der Vorsitzende des Philologenverbands Baden-Württemberg, Ralf Scholl, kommentiert diese Aussage von Sozialminister Lucha in einem Interview mit der Rhein-Neckar-Zeitung (Ausgabe vom 04.03.2021, S.18) so: „Es ist schon schlimm, wenn sich Minister Lucha hinter der Empfehlung der STIKO (Ständigen Impfkommission) versteckt. Offensichtlich ist ihm der Unterschied zwischen den Begriffen ‚Empfehlung‘ und ‚Zulassung‘ nicht klar. In der EU ist der Astra-Zeneca-Impfstoff auch für Über-64-Jährige zugelassen. Und selbst die STIKO empfiehlt seit heute diesen Impfstoff auch für Ältere. Wenn sich die betroffenen Ü64-Lehrkräfte bereit erklären, sich mit diesem Impfstoff impfen zu lassen, gibt es keinen Grund, dies nicht zu tun. Schließlich ist es im Interesse aller Beteiligten – insbesondere auch der Kursstufen-Schüler, die in Präsenzunterricht auf das Abitur vorbereitet werden – dass ihr Unterricht sicher abgehalten werden kann.“ Es sei nicht hinnehmbar, dass die älteren Lehrkräfte, für die COVID-19 besonders gefährlich ist, im Gegensatz zu ihren jüngeren Kolleginnen und Kollegen bisher kein Impfangebot bekommen. „Der Sozialminister muss hier dringend nachsteuern“, fordert Ralf Scholl.

Begrüßt werden vom Verband der gymnasialen Lehrkräfte die Anstrengungen großer Kommunen wie z.B. der Stadt Stuttgart, die in dieser Woche an Schulen Schnelltestzentren für Lehrkräfte im Präsenzunterricht eingerichtet haben. Der PhV-Landesvorsitzende Ralf Scholl fragt aber: „Wann wird ein solches Angebot landesweit in allen Kommunen realisiert sein? Und wo bleiben die zwei Schnelltests pro Woche für alle Schülerinnen und Schüler im Präsenzunterricht? An den Gymnasien haben die 16-, 17- und 18-jährigen Kursstufenschüler praktisch die gleiche Ansteckungswahrscheinlichkeit wie die Lehrkräfte.“

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