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PhV BW zum geplanten Start des Präsenzunterrichts für Prüfungsklassen ab 22. Februar

  • Geplante Schulöffnungen erfordern angesichts der Virusmutationen zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen
  • Bereitstellung normgerechter Schutzmasken und mobiler Luftreinigungsgeräte notwendig
  • Verbände fordern, zusätzliche Schnelltests direkt an den Schulen zu ermöglichen
  • Orientierung an den aktualisierten Empfehlungen des RKI erforderlich

Das Kultusministerium plant nach den Ferien Präsenzunterricht für die Prüfungsklassen. „Dies ist nachvollziehbar, allerdings muss der Gesundheitsschutz von Lehrkräften und Schülerschaft eine ebenso hohe Priorität haben, wie die momentan immer lauter geforderte Öffnung der Schulen“, so der BLV-Vorsitzende Thomas Speck. Um langfristig einen sicheren Schulbetrieb in Pandemiezeiten zu gewährleisten, bedarf es eines eindeutig Indikator-gestützten Stufenplans. Auch längerfristig erhielten die Schulen damit eine klare Planungsgrundlage.

Die Rückkehr zum Präsenzunterricht für die Prüfungsklassen muss sorgfältig vorbereitet werden. „Ich erwarte, dass die Schulen jetzt zügig über die konkreten Bedingungen zur teilweisen Schulöffnung informiert werden“, fordert der PhV-Vorsitzende Ralf Scholl.

Die aktuell veröffentlichte Studie der TU Berlin zur Covid-19 Ansteckung über Aerosolpartikel (s. https://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/12578) macht deutlich, wie wichtig ausreichende Sicherheitsvorkehrungen im Schulbereich sind. Bei der vergleichenden Bewertung von Innenräumen ist die Ansteckungsgefahr an weiterführenden Schulen am höchsten.

Zum Start braucht es mindestens normgerechte, getestete FFP2-Masken. Schulöffnungen mit fehlerhaften Schutzmasken an den beruflichen Schulen? Das passt für alle Verbände nicht zusammen!

„Wir begrüßen ausdrücklich die Zusage des Kultusministeriums, sichere Schnelltests für Lehrkräfte zu ermöglichen. Das ist ein sinnvoller Baustein im Schutzkonzept. Wir halten es aber für unbedingt erforderlich, solche freiwilligen Tests unmittelbar vor Ort an den Schulen für Schüler und Lehrer bereitzustellen, um eine mögliche Corona-Ausbreitung an Schulen frühzeitig einzugrenzen“, so die RLV-Vorsitzende Karin Broszat.

Ebenso wichtig ist die Bereitstellung von mobilen Luftreinigungsgeräten in möglichst vielen Unterrichtsräumen. Diese müssen parallel und ergänzend zum Lüftungskonzept eingesetzt werden, um das Infektionsrisiko deutlich zu senken. Das unwürdige Schwarze-Peter-Spiel zwischen Landesregierung („Wir haben ein Sonderprogramm im Umfang von 40 Millionen bereitgestellt.“) und vielen Kommunen („Wir haben die Sonderprogramm-Mittel vorrangig zur Anschaffung von digitalen Endgeräten genutzt.“) muss in der Frage der Raumluftreiniger endlich beendet werden.

Das Land muss zusätzliche Geldmittel bereitstellen. Alles andere wäre grob fahrlässig: Die britische Corona-Mutation breitet sich aktuell stark aus, etwa im Hohenlohekreis. Dort verursacht sie momentan die Mehrheit aller Infektionen und hat die lokale 7-Tage-Inzidenz seit dem 28. Januar (beispielsweise durch Superspreader-Events in zwei Kindergärten und einer Grundschule) von 28,4 auf aktuell 118,9 erhöht.

Auch die Qualität des Unterrichts in Distanz-, Hybrid oder Präsenzform spielt eine große Rolle. „Die Schülerzahlen für den Wechselunterricht zu halbieren, bedeutet eine erhebliche Mehrbelastung für die Lehrkräfte, die ebenfalls mitbedacht werden muss“, so die Vorsitzenden von RLV, PhV und BLV abschließend.

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