Aktuelles

PhVN: Unterrichtsversorgung bleibt besorgniserregend: Zukunftsplanung statt Flickschusterei

Statement des Vorsitzenden des Philologenverbandes, Horst Audritz, zu den aktuellen Unterrichtsversorgungszahlen vom 1. Februar 2021: Die Unterrichtsversorgung bleibt besorgniserregend.

„Die Unterrichtsversorgung bleibt besorgniserregend und ist in Niedersachsen auch dieses Mal erneut gesunken. Sie beträgt im Schnitt 99 Prozent und liegt damit weit unter der erforderlichen Marke für eine sichere Unterrichtsversorgung.

Schon in Normalzeiten kann so voller Unterricht nicht gewährleistet werden, erst recht nicht in Krisen- und Pandemiezeiten. Seit Jahrzehnten fordern wir deshalb eine Lehrerreserve, weil durch Krankheit, Fortbildungen und schulische Projekte Unterrichtsausfälle vorprogrammiert sind.

Zudem werden auf die Schulen immer mehr Aufgaben außerhalb des Unterrichts abgeladen, die Lehrerstunden kosten. Der Anteil dieser Zusatzbedarfe (Ganztagsbetreuung, Inklusion, Förderung) beträgt laut Kultusministerium inzwischen 20 Prozent mit steigender Tendenz für die Zukunft.

Mehr Stunden – weniger Personal, da ist die Realität! Regulärer Unterricht als die beste Förderung der Schüler wird somit immer mehr in Frage stellt.

Unterricht ist der Kern von Schule, das zeigt sich gerade jetzt in der Pandemiekrise.

Das Problem der mangelhaften Unterrichtsversorgung lässt sich nicht aussitzen. Es ist nicht mit Blick auf steigende oder sinkende Geburts- und Schülerzahlen zu lösen, sondern nur mit einer konsequenten Ausbildungs- und Einstellungsoffensive, die die nächsten 20 Jahre mit den gestiegenen Anforderungen und Erwartungen der Gesellschaft in den Blick nimmt.

Alle Lehramtsabsolventen müssen eingestellt werden. Die Ausbildungskapazitäten müssen hochgefahren werden. Die Unterrichtsversorgung muss auf 130 Prozent hochgefahren werden.

Sonst drohen wieder unzureichende Maßnahmen wie die unerträglichen verpflichtenden Arbeitszeitkonten Anfang des Jahrtausends. Diese Flickschusterei darf sich nicht wiederholen. Herr Minister, betreiben Sie endlich vorausschauende Personalpolitik!“

Nach oben