DPhV Pressemitteilungen
Neuregelung der steuerlichen Absetzbarkeit des häuslichen Arbeitszimmers verfassungswidrig!
DPhV sieht sich in seiner Rechtsauffassung bestätigt
Hamburger Volksentscheid:
Phantastischer Erfolg der Elterninitiative mit bundesweiter Signalwirkung
Meidinger regt deutschlandweites zehnjähriges Moratorium gegen weitere Struktureingriffe an!
Profil 10/2009 (05.10.2009)
Klares Kalkül
von Heinz-Peter Meidinger
Ausländische Beobachter unserer Schulen und unseres Bildungswesens wundern sich oft, mit welcher Pauschalierung, mit welcher Radikalität und mit welchem Hass eine Reihe von Bildungspolitikern, aber auch Erziehungswissenschaftlern, Journalisten und Gewerkschaftsvertretern das deutsche Schulsystem permanent in Bausch und Bogen verdammt. In der Kenntnis ihres jeweils eigenen Schulsystems sehen unsere ausländischen Freunde oft wenig Grund, die deutschen Schulen und ihre Leistungen bei allem berechtigten Reformbedarf grundsätzlich schlecht zu reden.
»Sinnloser Drill, klägliche Pädagogik, verstaubtes Wissen, hilflose Lehrer: Die Hauptleistung der Schule besteht darin, Kindern den letzten Rest Wissensdurst gründlich auszutreiben«, schreibt eine Journalistin und konstatiert ein »Totalversagen des Systems«. Schwerwiegender ist allerdings, dass auch eine Reihe von Vertretern der Bildungsorganisationen in diesen Totalverriss einstimmt. So sprach der Vorsitzende des Grundschulverbandes vor kurzem von der deutschen Schule als »staatlich verordnetem Unrecht an der nachwachsenden Generation«, und der bayerische Vorsitzende eines Lehrerverbands behauptete unlängst, die Kinder seien nach ein paar Wochen Unterricht an einem Gymnasium »vollkommen ausgepowert«, für die Familien bedeute der Gymnasialbesuch ihrer Kinder »finanzielle Einbußen, Leid, Frust und vielfach auch Streit«.
Eine Umfrage unter mehr als 1000 Fünftklässlern am Ende ihres ersten Gymnasialschuljahres kam im Juli 2009 zu ganz anderen Ergebnissen.
Die große Mehrheit von fast neunzig Prozent hat sich nicht nur auf den Übertritt gefreut, sondern fühlt sich auch nach einem Schuljahr sehr wohl an der neuen Schule, in der neuen Klassengemeinschaft und sieht sich den neuen Anforderungen gut gewachsen.
Aufschlussreich ist auch, wie der Vorstoß Deutschlands bei der letzten PISA-Studie 2006 in das beste Viertel des Leistungsrankings im getesteten Schwerpunktbereich von bestimmten Bildungspolitikern und Bildungsjournalisten aufgenommen oder – sollte man besser sagen – ignoriert wurde.
So konnte man noch vor wenigen Wochen in einer großen süddeutschen Zeitung wieder auf die Floskel vom »katastrophalen Abschneiden« bei PISA stoßen und dort die Behauptung finden, Deutschland sei »Weltmeister in Sachen Bildungsungerechtigkeit «. Dabei hatte der PISA-Koordinator Manfred Prenzel ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg, also der soziale Gradient in Deutschland, in etwa im Durchschnitt der Industriestaaten bewege. Das heißt natürlich nicht, dass es hier keinen Handlungsbedarf gebe, aber ein Negativweltmeister ist hier beileibe nicht sichtbar. Der EU-Sozialbericht 2008 kam sogar zu dem Schluss, dass Deutschland in Sachen Bildungsgerechtigkeit zur positiven Spitzengruppe in Europa gehört.
Wie ist das zu erklären, dass Studien, empirische Analysen und Meinungskritik soweit auseinanderklaffen?
Eigentlich ist die Erklärung ganz simpel. Viele von denen, die sich tagtäglich in der Politik, von Interessenverbänden und in Medien so radikal negativ äußern, geht es nicht um die Beschreibung von Tatsachen. Sie wollen ein komplett anderes Schulsystem, vielfach ein Einheitsschulmodell und um dieses zu erreichen, ist es notwendig, das bestehende zu diskreditieren. Das ist glasklares Kalkül und nichts anderes.
Verfangen kann eine solche Desinformation nur bei denjenigen, die keine Möglichkeit mehr haben, Schule als direkt Betroffene oder Eltern zu erfahren. Deshalb klaffen auch bei Meinungsumfragen zu Lehrern und Schulen das positive Nah- und das negative Fernbild deutlich auseinander.
Die Bologna-Reformen im Hochschulbereich sollten uns ein warnendes Beispiel sein. Auch hier wurde mit Hinweis auf ein angebliches Totalversagen der deutschen Hochschulen eine Reform durchgeführt, die inzwischen den meisten Betroffenen schmerzlich bewusst macht, was zuvor besser war und was durch die Verschulung und Ökonomisierung des Unibetriebs an bisherigen Stärken der deutschen Hochschullandschaft verloren gegangen ist.
Bei allem berechtigten Unmut über Missstände im Einzelnen sollten wir den Schlechtrednern und Miesmachern nicht auf den Leim gehen. Unsere Schulen, unsere Lehrer und auch unsere Schüler sind besser als ihr Ruf!
Infothek
Karlsruhe: Regelung zum häuslichen Arbeitszimmer verfassungswidrig!
Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat die bisherige Steuerregelung für Arbeitszimmer für verfassungswidrig erklärt. Die häuslichen Arbeitszimmer sollen künftig umfangreicher von der Steuer absetzbar sein. Die obersten Richter in Karlsruhe kippten damit das geltende Steuerrecht und forderten



