DPhV Pressemitteilungen
Neuregelung der steuerlichen Absetzbarkeit des häuslichen Arbeitszimmers verfassungswidrig!
DPhV sieht sich in seiner Rechtsauffassung bestätigt
Hamburger Volksentscheid:
Phantastischer Erfolg der Elterninitiative mit bundesweiter Signalwirkung
Meidinger regt deutschlandweites zehnjähriges Moratorium gegen weitere Struktureingriffe an!
Grußwort

- Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner
Grußwort des Senators für Bildung, Wissenschaft und Forschung des Landes Berlin, Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner
Sehr geehrte Tagungsteilnehmer,
sehr geehrte Damen und Herren,
im Namen des Berliner Senats begrüße ich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 38. Deutschen Philologentags ganz herzlich in der Bundeshauptstadt.
Berlin ist eine Stadt der Bildung und der Wissenschaft. Berlin ist eine Stadt, in der gymnasiale Bildung eine hervorragende Bedeutung hat. Wir zählen 784 öffentliche und private Schulen, darunter 108 Gymnasien und fünfzehn berufliche Gymnasien. Berlin hat mehrere Universitäten, mehr als zehn Hochschulen und mannigfache Bil-dungseinrichtungen des tertiären Bereichs. Berlin liegt inmitten einer Bildungsland-schaft, die wahrlich eine optimale Basis für das höchste Beschlussgremium Ihres Verbandes ist.
Diese Tagung findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Umstellung des Gymnasi-ums auf acht Jahre bis zum Abitur in den meisten Bundesländern umgesetzt ist. In Berlin, Brandenburg und nunmehr künftig auch Hamburg werden es übrigens sechs Jahre sein.
Ihre Tagung bedeutet folglich nicht nur Standortbestimmung. Sie wird mit großer Wahrscheinlichkeit richtungsweisend für die von Ihnen insbesondere vertretene Schulform des Gymnasiums sein.
Die Umstellung eines seit Generationen vertrauten Lernrhythmus auf acht bzw. sechs Lernjahre benötigt mehr als die Streichung eines Jahres und die entspre-chende Verdichtung der Lerninhalte. Sie erfordert eine kritische Überprüfung der Lehrpläne, frische und neue Gestaltungsideen bei den Lernzeiten und ein Umden-ken bei der Gestaltung des Unterrichts.
Diese Arbeitsprozesse waren und sind eine Herausforderung für alle, die an dem Gelingen von Schule beteiligt sind. Sie fordern alle Beteiligten – von den Evaluato-ren der wissenschaftlichen Begleitung, den Planern und Vordenkern in den Ministe-rien bis hin zu den Praktikern in Schulleitungen, Kollegien, der Eltern- und Schüler-schaft.
Die Geschichte des Gymnasiums weist viele Verkürzungen und nachfolgende Revi-sionen auf. Der Schulform selbst haben sie nichts anhaben können. Sie ist nach wie vor die beliebteste Schulform in Deutschland. Sie hat sich dabei in den vergangenen 50 Jahren in der Bundesrepublik von einer „Elitebildungsanstalt“ der 50er Jahre - mit knapp 5% der 18- bis 19-Jährigen - zu einer Schule entwickelt, die mittlerweile das attraktivste Programm einer intellektuell anspruchsvollen Grundbildung für einen breiten Anteil der jugendlichen Bevölkerung bietet. In einigen Stadtteilen Berlins be-suchen bis zu 70% der Schülerinnen und Schüler das Gymnasium, die Abiturquote liegt bei 39 % eines Altersjahrgangs. Dies ist keine Verwässerung der Qualität, son-dern Fortschritt und Zukunftsinvestition. Noch immer beginnen in Deutschland ver-gleichsweise zuwenig junge Menschen ein Studium, wenn wir uns dem internationa-len Vergleich und Wettbewerb stellen.
Die Erfolgsgeschichte des Gymnasiums hat nach der Wende auch in den neuen Bundesländern ihre Fortsetzung gefunden. Das Gymnasium ist auch dort mittlerwei-le fest verankert. Das Phänomen des Gymnasiums als Bildungsangebot für breite Schichten der Bevölkerung findet seinen Ursprung und seine Begründung in den Anforderungen der Umwelt, oder konkreter in den Ansprüchen und Herausforderun-gen von Gesellschaft und Wirtschaft. Ich sehe in diesen beiden Feldern und ihrer Verzahnung keinen Widerspruch in eo ipso. Diese Schulform steht besonders in ei-ner Welt, deren Zukunft offen ist, die gleichzeitig von Menschen gestaltet werden muss, deren geistiger Horizont über den unmittelbaren ökonomischen Verwertungs-zusammenhang hinausreicht.
Die demokratische Gesellschaft, die Bildung als ein für alle zugängliches Gut postu-liert, muss jedoch dafür Sorge tragen, dass Bildung nicht als finanzieller Ausgabe-posten gesehen wird, sondern als prioritäre Aufgabe, die keiner besonderen Recht-fertigung bedarf.
An diesem Punkt ist die Schulform Gymnasium im Gesamtgefüge von Bildung zu verorten: aus der Tradition heraus in einem Verwandlungsprozess zu einer moder-nen Schule zu werden. Das ist die Aufgabe, der sich sowohl die Schulen selbst, als auch die politisch Verantwortlichen zu stellen haben, um die älteste aller Schulfor-men zu einem Zukunftsmodell in einem Bildungssystem unserer Zeit zu machen.
Eine bekannte deutsche Wochenzeitung bescheinigte im Juni 2009 dem deutschen Gymnasium, das es als deutscher Traditionsbestand neben dem Schützenfest, Ge-sangverein und dem Stadttheater, nicht wegzudenken sei und titelte „Das fliegende Klassenzimmer fliegt noch“.
Schule hat das Zeug dazu neues kulturelles Zentrum zu werden, wenn sie als we-sentlicher Teil eines sozialräumlichen Bildungszusammenhangs gedacht und konzi-piert wird. Für das Gymnasium - mehr wegen als trotz seiner Traditionsbestände - gilt dies im Besonderen. Es hat eine großartige Perspektive, wenn es gelingt kultu-relle Bildung von und in Stadt oder Region zu verknüpfen. Es kann zum Nukleus eines neu gedachten Bildungsnetzes werden, zum Dreh- und Angelpunkt gesell-schaftlicher Entwicklung, in der Leistung einen hohen Stellenwert haben muss und Chancengerechtigkeit für alle in breiter Verantwortung steht.
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Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat die bisherige Steuerregelung für Arbeitszimmer für verfassungswidrig erklärt. Die häuslichen Arbeitszimmer sollen künftig umfangreicher von der Steuer absetzbar sein. Die obersten Richter in Karlsruhe kippten damit das geltende Steuerrecht und forderten


